Erdverlegte Rohrleitungen (Gas-, Wasser-, Fernwärme etc.), Kabelleitungstiefbau und Netzausbau - die bbr ist dran.

Die bbr berichtet zu allen Aspekten der Trinkwassergewinnung, des Brunnenbaus, der Inspektions- und Regeneriertechnik.

Oberflächennahe und tiefe Geothermie sowie Bohrtechnik bilden einen Schwerpunkt in jeder bbr-Ausgabe.

Berücksichtigung finden interessante Maßnahmen und Verfahren im Bereich Spezialtiefbau.

Berichtet wird über alle Aspekte der Bereiche Transport (inkl. Trinkwasserbehälter) und Aufbereitung von Trinkwasser.

05.05.2017

Vorstellung der größten solarthermischen Anlage Deutschlands

Im August 2016 ging in der Lausitz die bislang größte solarthermische Anlage Deutschlands in Betrieb. Auf dem Gelände einer rekultivierten Deponie der Stadt Senftenberg ist eine Freilandanlage errichtet worden. 1.680 Kollektoren (ins- gesamt 8.300 m² Vakuumröhrenkollektoren) bilden das Kollektorfeld, welches seinen Wärme- ertrag dezentral über eine Ringleitung in ein großes städtisches Fernwärmenetz einbindet. Am 26. April 2017 veranstaltete der AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Senftenberg und dem Systemlieferanten Ritter XL Solar GmbH einen Informationstag für die Fachwelt, um die innovative Anlage ausführlich vorzustellen.


Diskutiert wurden in mehreren Vorträgen die Bedeutung der Fernwärme für die Energiewende sowie die zukünftige Rolle der Solarthermie als Erzeugungsoption. Das Fazit der Veranstaltung lautete, es sei davon auszugehen, dass die Solarthermie zukünftig eine bedeutende Rolle bei der Wärmeerzeugung für Fernwärmesysteme einnehmen werde – als ein Faktor der neben der Energiewende ebenso benötigten Wärmewende. Die Besichtigung der Anlage zeigte schließlich, dass in Senftenberg diese Zukunft bereits begonnen hat.

Das Fernwärmenetz in Senftenberg hat eine Gesamtlänge von rund 33 km und bei einem Anschlusswert von rund 50 MW einen jährlichen Wärmebedarf von über 100 GWh. Die Solaranlage wurde so dimensioniert, dass sie an normalen Sommertagen den gesamten Wärmebedarf des Netzes liefern kann. Neben der dezentral über eine Ringleitung angebundenen Anlage wurde im Heizwerk ein Bypass eingebaut, damit die 2.000 m³ Wasserinhalt des Fernwärmenetzes an besonders strahlungsreichen Tagen die Überleistung der Solaranlage aufnehmen und als Puffer dienen können. Dadurch kommt diese Solaranlage ohne einen Speicher aus.

Die Einbindung der Solaranlage und die Umbauten im Netz wurden von dem Cottbusser Ingenieurbüro Integral Projekt GmbH & Co. KG geplant. In der Regel erfolgt die Einspeisung der Solarwärme mit Soll-Vorlauftemperatur, welche gleitend zwischen 85 und 105 °C gefahren wird. Die hydraulische Einbindung und die Steuerungstechnik erlauben aber auch, bei schwächerer Einstrahlung, vor allem im Winterhalbjahr, die Betriebsweise Rücklauftemperaturanhebung zu wählen.  

Kontakt
www.agfw.de; ritter-xl-solar.com;
www.stadtwerke-senftenberg.de