Erdverlegte Rohrleitungen (Gas-, Wasser-, Fernwärme etc.), Kabelleitungstiefbau und Netzausbau - die bbr ist dran.

Die bbr berichtet zu allen Aspekten der Trinkwassergewinnung, des Brunnenbaus, der Inspektions- und Regeneriertechnik.

Oberflächennahe und tiefe Geothermie sowie Bohrtechnik bilden einen Schwerpunkt in jeder bbr-Ausgabe.

Berücksichtigung finden interessante Maßnahmen und Verfahren im Bereich Spezialtiefbau.

Berichtet wird über alle Aspekte der Bereiche Transport (inkl. Trinkwasserbehälter) und Aufbereitung von Trinkwasser.

21.12.2017

Brunnen für Malawi

Das Unternehmen STÜWA Konrad Stükerjürgen aus Rietberg spendet 10.000 Euro für Brunnen, um sauberes Trinkwasser für Waisenkinder in Malawi zu garantieren.


Spendenübergabe der Familie Stükerjürgen für das Brunnenbauprojekt Malawi im Kloster der Franziskaner Schwestern © STÜWA

Was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, entscheidet in Malawi über Leben und Tod. Trinkwasser, unser Lebensmittel Nr. 1, ist in einem der ärmsten Länder der Welt ein Luxusgut. Seit 1984 lebt die Kommunität der Franziskaner Schwestern aus Salzkotten in Madisi, Malawi. Dort unterhält sie ehrenamtlich die St. Francis Catholic Primary School und den St. Francis Catholic Kindergarten mit insgesamt ca. 1.580 Waisenkindern.

Malawi liegt im südöstlichen Teil von Afrika und weist eine Bevölkerung von 17 Millionen Menschen auf. Haupteinnahmequelle des Landes ist die Landwirtschaft. Die Lebenserwartung der Menschen liegt zwischen 35 und 45 Jahren. Jährlich verhungern Menschen wegen der schlechten Ernte;
lange Trockenperioden und wenig Regen beeinträchtigen die Ernten stark.

Bereits im April 2016 rief der Präsident Peter Mutharika aufgrund der Hungerkrise den Notstand aus und bat um internationale Hilfe. Von der Dürre besonders hart betroffen sind Mütter sowie deren Kinder, die nicht ausreichend ernährt werden können. Unzureichende Nahrung im frühkindlichen Alter schränkt die körperliche und geistige Entwicklung ein; mehr als 40 Prozent der Kinder in Malawi sind davon betroffen. „Wenn wir die Kinder nicht aufnehmen und in unserem angeschlossenen Krankenhaus versorgen würden, würden diese einfach im Dorf sterben, da die Eltern einfach keine Mittel zur Versorgung haben oder im schlimmsten Fall schon gar nicht mehr am Leben sind“,  sagt Schwester M. Hildegarde über die katastrophale Situation vor Ort.

Auch das verschmutze Wasser erhöht das Infektionsrisiko und fördert Durchfallerkrankungen, besonders bei unterernährten Kindern. Durch die steigende Inflation werden die Lebensbedingungen der Menschen zunehmend erschwert. Zudem besteht ein akuter Engpass an Elektrizität. Diese wird über den Tag gering rationiert, sodass Wasserwerke nicht in der Lage sind, das Wasser weit genug zu pumpen. Die Menschen in Madisi litten zuletzt besonders stark unter dem Wassernotstand, da die Wassertanks trocken gelaufen waren.

„Es ist einfach nur unvorstellbar, dass das Wasser meist über mehrere Tage einfach nicht vorhanden ist und die Schwestern für mehrere Tage versuchen vorzukochen, damit sie genügend Mahlzeiten für die Kinder vorrätig haben. Dies klappt jedoch nicht immer“, berichtet Schwester M. Arnoldis von ihren Erfahrungen in Madisi.

Da sich die Situation immer weiter verschärft, wurde unter Hilfe des Pfarrers, Fr. Maximilian Khisi, eine Analyse der in der Umgebung vorhandenen Brunnen gemacht. Das Ergebnis war erschreckend: Für einen Großteil der Kinder ist ein Zugang zu Trinkwasser nicht gewährleistet. Die bestehenden Brunnen fördern verdrecktes und verseuchtes Wasser.

Da eine solche Lebenssituation untragbar ist, entschieden sich die Schwestern, selber tätig zu werden. Sie möchten neue Brunnen bohren lassen, welche durch eine professionelle Auslegung  langfristig erhalten und  an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden sollen. Das gesamte Projekt sieht vor, insgesamt 20 Brunnen an den angrenzenden Dörfern zu installieren.

Die Firma STÜWA Konrad Stükerjürgen GmbH bot sich durch ein Kennenlernen über den Lions Club Büren-Salzkotten, der viele soziale Projekte unterstützt und mit den Schwestern schon länger in Kontakt stand, an dieser Stelle als Projektpartner an. Das Familienunternehmen ist ein führender Hersteller von hochwertigen Brunnenausbaumaterialien, Bohrbedarf und Geothermieprodukten und exportiert diese weltweit. Das inhabergeführte Unternehmen wird nicht nur bei der technischen Abstimmung im Rahmen der Brunnenauslegung tatkräftig unterstützen, sondern darüber hinaus auch einen finanziellen Beitrag, in Form einer 10.000 Euro Spende, leisten.

„Uns war es wichtig, dass das Geld eins zu eins bei den Menschen ankommt, die auf unsere Hilfe angewiesen sind, und dass nicht, wie so oft bei großen Organisationen, ein Großteil der Spende für Bürokratieaufwand verwendet wird. Als wir von dem Projekt in Malawi erfuhren, das von den regionalen Schwestern in Salzkotten geleitet und vom regionalen gemeinnützigen Lions-Club Salzkotten schon unterstützt wird, sahen wir die Chance - gerade vor dem Hintergrund, dass wir in der Vergangenheit bereits Projekte in Afrika begleitet haben - unser fachliches sowie technisches Wissen, gepaart mit finanzieller Unterstützung, beizusteuern“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin der STÜWA, Edith Stükerjürgen.

Die Nachhaltigkeit und Langfristigkeit der Partnerschaft steht bei dem Brunnenprojekt in Malawi an oberster Stelle. Dazu sollen Schulungen vor Ort für die Wartungen und eine Sensibilisierung der Einwohner beitragen. „Es wird oft unterschätzt, wie sehr schlechte Qualität von Wassers die Gesundheit gefährden kann. Hier haben wir die strenge deutsche Trinkwasserverordnung, wovon Länder wie Malawi noch weit entfernt sind. Diese sind froh, wenn sie überhaupt Wasser haben“, merkt der geschäftsführende Gesellschafter der STÜWA, Ralf Stükerjürgen, an.  „Problematisch ist bei Brunnenbauprojekten in Afrika aus meiner Erfahrung meist die Nachhaltigkeit. Oft sind die Brunnen schon nach wenigen Jahren, manchmal schon nach Monaten, nicht mehr funktionsfähig, da z. B. der Brunnen versandet. Dies passiert, wenn das eingebaute Material nicht an die Gegebenheiten angepasst oder einfach ungeeignetes Material verwendet wurde. Die ausführenden Unternehmen sind dann jedoch schon weg und die Bevölkerung kann sich vor Ort nicht selber helfen. Daher wird bei diesem Projekt besonders darauf geachtet, beständiges Brunnenausbaumaterial zu verwenden und z. B. auch erneuerbare Energien mit einzubinden, wie z. B. eine STÜWA Solarpumpe, die die Menschen vor Ort unabhängiger von der öffentlichen Elektrizität macht. Dabei sollen die Menschen gleichzeitig auch dahingehend geschult werden, Problematiken, z. B. im Rahmen eines Ausfalls, entsprechend selber lösen zu können.“

Die Schwestern, die aktiv jeden Tag vor Ort sind, wickeln das Projekt mit großem Engagement ab. Bei einem Treffen in Salzkotten im Kloster zur offiziellen Spendenübergabe kam es zu einem reghaften Austausch zwischen den drei Generationen Edith, Ralf und Tanja Stükerjürgen sowie den Mitgliedern des Lions Club Büren-Salzkotten und den Schwestern des Klosters. Es wurden Besuche vor Ort im Frühjahr vereinbart, um den Einbau unterstützend zu betreuen und die Schulungen für die Schwestern und Einheimische abzuhalten.

Kontakt
Tanja Stükerjürgen
www.stuewa.de