Erdverlegte Rohrleitungen (Gas-, Wasser-, Fernwärme etc.), Kabelleitungstiefbau und Netzausbau - die bbr ist dran.

Die bbr berichtet zu allen Aspekten der Trinkwassergewinnung, des Brunnenbaus, der Inspektions- und Regeneriertechnik.

Oberflächennahe und tiefe Geothermie sowie Bohrtechnik bilden einen Schwerpunkt in jeder bbr-Ausgabe.

Berücksichtigung finden interessante Maßnahmen und Verfahren im Bereich Spezialtiefbau.

Berichtet wird über alle Aspekte der Bereiche Transport (inkl. Trinkwasserbehälter) und Aufbereitung von Trinkwasser.

15.11.2017

Neue Geothermiekarten für Sachsen

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hat Ende Oktober 2017 in Leipzig weitere Kartenblätter für den Geothermieatlas freigeschaltet. Damit können Bauherren ab sofort auch im Ballungsraum Leipzig sowie in den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig dieses kostenlose Planungsinstrument im Internet nutzen. Die interaktiven Karten bieten Bürgern, Planern sowie Bohr- und Heizungsbaufirmen Unterstützung bei der Ermittlung der für eine Erdwärmeheizung erforderlichen Bohrtiefe.


Geothermie lässt sich für die Gewinnung von Wärme sowie zur Kühlung nutzen und dient vor allem zur Klimatisierung von Wohn- und Industriegebäuden. „Derzeit werden in Sachsen rund 13.600 Häuser mit Erdwärme beheizt“, so LfULG-Präsident Norbert Eichkorn. „Ich sehe hier ein großes Potenzial. Erdwärme ist als erneuerbare Energie in großem Umfang rund um die Uhr vorhanden, und zwar unabhängig von Jahreszeit, Sonneneinstrahlung oder Windverhältnissen. Das macht ihre Nutzung so vorteilhaft.“
Die neuen Geothermiekarten wurden am Standort geothermisch klimatisierter Wohnquartiere in Leipzig vorgestellt. Die Stadtbau Wohnprojekte GmbH, als Tochter der Stadtbau AG, integriert Erdwärme in ihre Wohnungsneubaukonzepte. So verfügen z. B. die Wohnprojekte „Lassale Parkvillen“ oder „Buen Retiro“ über große Erdwärmeanlagen mit je 50 Bohrungen und einer Heizleistung von rund 150 Kilowatt.
„Mit den Geothermiekarten erbringt der Freistaat Sachsen Vorleistungen für die Planung von Erdwärmeanlagen im Einfamilienhausbereich. Die Karten erlauben für den jeweiligen Standort eine einfache und schnelle Abschätzung, mit welchem Aufwand z. B. ein Einfamilienhaus beheizt werden kann. Das heißt: Wie viele Meter mit wie vielen Erdsonden muss man in den Boden bohren, um seinen Wärmebedarf decken zu können. Die Entscheidung, ob sich Erdwärme lohnt, wird damit erleichtert“, so der Präsident des Landesumweltamtes Sachsen.
Das Geothermische Kartenwerk im Maßstab 1:50.000 (GTK 50) wird vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erstellt und mit Landesmitteln finanziert. Die Karten zeigen, dass man oberflächennahe Erdwärme weit verbreitet in Sachsen nutzen kann. Gemeinsam mit der Informationsbroschüre für Erdwärmesonden dient der Geothermieatlas auch der Qualitätssicherung dieser Technologie. Eine sorgfältige Planung und konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnung von Einzelvorhaben wird damit unterstützt.

Quelle: Medienservice Sachsen