Erdverlegte Rohrleitungen (Gas-, Wasser-, Fernwärme etc.), Kabelleitungstiefbau und Netzausbau - die bbr ist dran.

Die bbr berichtet zu allen Aspekten der Trinkwassergewinnung, des Brunnenbaus, der Inspektions- und Regeneriertechnik.

Oberflächennahe und tiefe Geothermie sowie Bohrtechnik bilden einen Schwerpunkt in jeder bbr-Ausgabe.

Berücksichtigung finden interessante Maßnahmen und Verfahren im Bereich Spezialtiefbau.

Berichtet wird über alle Aspekte der Bereiche Transport (inkl. Trinkwasserbehälter) und Aufbereitung von Trinkwasser.

14.09.2017

Ferngasleitung umweltschonend sanieren

Die ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS) erneuert seit Juni 2017 einige Teilbereiche der Ferngasleitung 214 zwischen den Ortschaften Rietz und Trajuhn. Auf einer Länge von insgesamt etwa 140 m werden mehrere Abschnitte der 60 cm dicken Leitung ausgetauscht, darunter die Straßenunterquerungen der L 82 zwischen Zeuden und Marzahna und der K 2012 von Jahmo nach Köpnick.


Alle Anlagenkomponenten passen auf zwei normal große, aber speziell angefertigte Sattelauflieger (Trailer) © ONTRAS Gastransport GmbH

Die Ferngasleitung 214 verbindet als Teil des rund 7.000 km Leitungen umfassenden ONTRAS-Netzes die Regionen Wittenberg und Treuenbrietzen und versorgt die angrenzenden Regionen.
Bevor die Sanierungsarbeiten starten können, wird der Druck in dem betreffenden, rund 22 km langen Leitungsabschnitt durch eine geeignete Netzfahrweise so weit wie möglich abgesenkt. Anschließend werden die zwei Absperrarmaturen am Anfang und Ende dieses Abschnitts geschlossen und damit der Rohrstrang vom Gasstrom abgetrennt. Statt dann, wie sonst üblich, das noch in der Leitung verbliebene Restgas kontrolliert in die Atmosphäre auszublasen, setzt ONTRAS diesmal eine eigene mobile Verdichteranlage ein. Diese pumpt die Gasmengen aus der gasfrei zu machenden Leitung in eine andere Leitung um. Damit vermeidet der Gasnetzbetreiber das Ausblasen von rund 272.000 m3 Erdgas in die Atmosphäre. Diese Gasmenge entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 170 Einfamilienhäusern. Dank mobilem Verdichter verbleibt am Ende des Vorgangs – technisch bedingt – nur noch eine geringe Restgasmenge, die noch kontrolliert in die Atmosphäre geblasen werden muss.
Der Einsatz des mobilen Verdichters schont nicht nur die Umwelt, sondern spart auch die Kosten, die sonst durch den Gasverlust entstünden. Zudem wird der Ausstoß von ca. 6.800 t CO2-Äquivalent vermieden. Damit das Umpumpen funktioniert, muss eine zweite Leitung vorhanden sein, um die zusätzlichen Gasmengen aufzunehmen. Bei entsprechend ausgelegter Absperrarmatur kann das Gas auch unmittelbar hinter dem abgesperrten und gasfrei zu machenden Abschnitt wieder in den in Betrieb befindlichen Leitungsteil gepumpt werden. Hierfür muss aber ein ausreichendes Zeitfenster (bis zu mehreren Tagen) zur Verfügung stehen.

Kontakt
www.ontras.com