Erdverlegte Rohrleitungen (Gas-, Wasser-, Fernwärme etc.), Kabelleitungstiefbau und Netzausbau - die bbr ist dran.

Die bbr berichtet zu allen Aspekten der Trinkwassergewinnung, des Brunnenbaus, der Inspektions- und Regeneriertechnik.

Oberflächennahe und tiefe Geothermie sowie Bohrtechnik bilden einen Schwerpunkt in jeder bbr-Ausgabe.

Berücksichtigung finden interessante Maßnahmen und Verfahren im Bereich Spezialtiefbau.

Berichtet wird über alle Aspekte der Bereiche Transport (inkl. Trinkwasserbehälter) und Aufbereitung von Trinkwasser.

14.09.2017

Projektplattform zur Erkundung der „Strom zu Gas“-Technologie erfolgreich abgeschlossen

Die Projektphase der Thüga-Gruppe zur Erkundung der „Strom zu Gas (SzG)“-Speichertechnologie ist erfolgreich abgeschlossen. Reversible Speicher seien ein wichtiger Baustein der Energiewende. Die Technologie ermöglicht, überschüssigen Wind- oder Solarstrom bestmöglich zu nutzen.


Laut den Projektbetreibern habe die Gemeinschaftsanlage in den zurückliegenden drei Jahren Praxisbetrieb alle Belastungstests bestanden. Bei der Inbetriebnahme der Anlage auf dem Mainova-Gelände in Frankfurt im Jahr 2014 war sie die weltweit erste Demonstrationsanlage, die Strom in Wasserstoff umgewandelt und in das kommunale Gasverteilnetz eingespeist hat. „Strom zu Gas“ oder auch „Power to Gas“ genannte Technologien verfolgen das Ziel, überschüssige Strommengen aus erneuerbaren Quellen in Gas umzuwandeln und damit der Nutzung im Wärme-, Mobilitäts- oder Stromerzeugungsmarkt zuzuführen.
In dem Projekt haben 13 Unternehmen der Thüga-Gruppe ihr Know-how gebündelt und gemeinsam in die Entwicklung der „Strom zu Gas“-Speichertechnologie investiert. Dabei stand die Prüfung der Praxistauglichkeit im Fokus. Aus Sicht der Projektpartner hat die Technologie damit bewiesen, dass sie die notwendigen Voraussetzungen für den Praxiseinsatz erfüllt. So wurde die Anlage während des Livebetriebes mit Windund Solaranlagen, einem Blockheizkraftwerk und dem Stromverbrauch mittels Computersimulation in einem virtuellen Smart Grid zusammengeschaltet. Nach Ansicht der Projektpartner hat sich die Technologie damit auch als Komponente bei intelligenten Netzstrukturen bewährt.
„Übertroffen hat die Anlage unsere Erwartungen besonders beim Wirkungsgrad. In ihrem relevanten Lastbereich zwischen 50 und ca. 325 KW erreicht die Gesamtanlage – von der Stromentnahme bis zur Gaseinspeisung – einen Wirkungsgrad von bis zu 77 %, bezogen auf den Brennwert“, hebt Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstandes der Thüga AG hervor. „Ferner konnten wir belegen, dass die ,Strom zu Gas?-Technologie prinzipiell auch für den Einsatz im Primärregelenergiemarkt geeignet ist.“ Aus Sicht der Projektpartner sprächen folgende Gründe für eine kluge Kombination von SzG-Technologie und Gasverteilnetzen: Die notwendige Gasnetzinfrastruktur als Speichermedium sei vorhanden. Nur das Gasnetz verfüge über die Kapazität, um den enormen Gesamtspeicherbedarf der Energiewende zu decken. Ein großer Anteil des 2020 bestehenden Speicherbedarfs könne bereits durch die Umwandlung von Strom zu Wasserstoff und dessen Einspeisung in das Gasverteilnetz gedeckt werden. Nahezu unbegrenzte Speicherkapazität entstünden durch eine zusätzliche Methanisierung des erzeugten Wasserstoffes. Die Kopplung des Stromsektors mit dem Gassektor über die SzG-Technologie führe zu einer deutlichen Entlastung der Stromnetze und verringere deren Ausbaubedarf. In ihrer Auffassung fühlen sich die Projektpartner durch die aktuelle Studie der Unternehmensberatung enervis bestätigt. Diese hat verschiedene Pfade zur Sektorenkopplung, also der Vernetzung von Strom und Wärme bis 2050, analysiert. Im Fokus standen die Themen Kosten und Versorgungssicherheit. Zwei zentrale Ergebnisse seien, dass erstens Erdgas bis mindestens 2040 die kosteneffizienteste CO2-Vermeidungsoption für Wärme und bis 2050 und darüber hinaus ein kosteneffizienter CO2-armer Energieträger für Backup-Kraftwerke bleibe. Und zweitens, dass eine dekarbonisierte Welt mit einer Umwandlung von Strom zu Gas volkswirtschaftlich günstiger sein könne als eine Welt ohne Gas.
Zur Marktimplementierung müsse nun die Politik gezielte Förderprogramme mit dem Ziel auf- legen, Kosten zu reduzieren und die Wirkungsgrade weiter zu erhöhen. Ferner sollte ein gemeinsamer Netzentwicklungsplan für die Netzinfrastrukturen (Strom/Gas) geschaffen und eine integrierte Kostenbetrachtung des Gesamtsystems vorgenommen werden. Wasserstoff und Methan aus Erneuerbaren Energien müssten laut Riechel als Biokraftstoff anerkannt werden. Das ermögliche den Betreibern zusätzliche Absatzwege.

Weitere Informationen
www.szg-energiespeicher.de