| Geothermie

Erstes Geothermiekraftwerk Südamerikas entsteht in Chile

In den chilenischen Anden entsteht aktuell ein Geothermie-Vorhaben der besonderen Art: Auf einer Höhe von rund 4.500 m über dem Meeresspiegel gelegen, wird "Cerro Pabellón" nach seiner Fertigstellung nicht nur das höchstgelegene Geothermiekraftwerk der Welt, sondern auch das erste seiner Art in Südamerika sein.

Das von der Enel Green Power und dem chilenischen Staatskonzern ENAP realisierte Vorhaben soll nach dem geplanten Ende der Bauarbeiten im Jahr 2017 rund 154.000 Haushalte mit Strom versorgen. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 320 Mio. US-Dollar (rund 285 Mio. Euro) umfasst zwei Kraftwerkseinheiten mit einer Leistung von jeweils 24 MW und soll nach Abschluss der Bauarbeiten rund 340 Gigawattstunden Energie pro Jahr bereitstellen. Wesentlicher Bestandteil des Bauvorhabens ist auch der Bau einer 73 km langen Stromtrasse, die das Kraftwerk an das nationale Energieverbundnetz anbindet.

Die Vorreiterrolle Chiles im Bereich der Geothermie ist nicht dem Zufall geschuldet - Experten schätzen das geothermische Potenzial des im Südwesten Südamerikas gelegenen Landes auf rund 3.600 MW. Insbesondere das Gebiet rund um den im Norden Chiles gelegenen Vulkan El Tatio ist besonders gut für Geothermieprojekte geeignet; dort ist auch das Projekt "Cerro Pabellón" angesiedelt.

Die in Italien ansässige Enel Green Power hatte bereits vor Baubeginn knapp 54 Mio. Euro in die geologische Erkundung der Region investiert. Das im Bereich der Erneuerbaren Energien tätige Unternehmen hält 51 Prozent an dem Projekt; der chilenische Staatskonzern ENAP ist mit 49 Prozent an dem Geothermiekraftwerk beteiligt.