Die Vibro-Trucks sind oft auf Waldwegen abseits der Hauptverkehrsachsen unterwegs. © Fraunhofer IEG / Jüstel

| Geothermie

Exploration von Geothermie: Seismische Messkampagne in NRW erfolgreich absolviert

Die DMT Group aus Essen hat mit dem Fraunhofer IEG die seismischen Messungen zum Forschungsprojekt „Geothermale Papiertrocknung“ in Hagen, Herdecke, Dortmund und Schwerte erfolgreich umgesetzt. Nach langer Genehmigungs- und Detailplanung im Vorfeld konnte die 2D-Seismik im Feld ausgeführt werden. Die Anregungen durch die Vibro-Trucks erfolgte alle 50 m und wurden entlang der Profilinien von über 2.000 Geophonen aufgezeichnet. Während die erste Linie nachts auf der Autobahn A1 vermessen werden konnte, wurde die zweite an zwei Tagen entlang von öffentlichen Straßen und Waldwegen absolviert. Ziel der nun folgenden Auswertung sind vor allem die devonischen Massenkalke, die in Tiefen bis zu 4.000 m vermutet werden. Die Daten werden das Verständnis über die Geologie im Raum Hagen enorm erweitern und bilden – im besten Falle – das Fundament für die Planung einer Erkundungsbohrung für tiefe Geothermie in Hagen.

 

Wegweisend für die Nutzung von Erdwärme

Prof. Rolf Bracke, Leiter der Fraunhofer IEG sieht dies als einen Meilenstein für das konkrete Projekt „Papierfabrik“ wie auch als wegweisenden Erfolg für die geophysikalische Exploration und Nutzung tiefer geothermischer Ressourcen in ganz Nordrhein-Westfalen: „Wir haben gezeigt, dass Vibro-Seismik auch in Metropolen wie dem Ruhrgebiet als Standardtechnologie ohne größere Beeinträchtigungen umsetzbar ist.“

Die Kabel Premium Pulp & Paper GmbH untersucht zusammen mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG aus Bochum und dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT aus Oberhausen die Möglichkeiten der tiefen Erdwärmenutzung am Standort Hagen. Während das Fraunhofer IEG die Geologie des Untergrundes in 4 km Tiefe untersucht, um abschätzen zu können, inwieweit die Nutzung der Erdwärme mit erwarteten Temperaturen von bis zu 130 °C überhaupt möglich ist, entwickelt das Fraunhofer UMSICHT dazu verfahrenstechnische Konzepte, um die Wärme, die aus der tiefen Geothermie gewonnen werden kann, in die Prozesse der Papiertrocknung einbinden zu können. Erst nach detaillierter Auswertung der Messdaten der seismischen Untersuchung - können die Projektpartner beurteilen, ob eine Umsetzung und der anschließende Betrieb einer Geothermieanlage in Hagen angestrebt werden soll.

 

Weitere Informationen:

www.ieg.fraunhofer.de