HAS-Innova Tiefbohrgerät © H. Anger‘s Sohne

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H. Anger‘s Söhne: Tiefste Bohrung zur Energienutzung abgeschlossen

Mit einer Bohrtiefe von 6.400 m hat das deutsche Bohrunternehmen H. Anger‘s Söhne die erste Bohrung eines finnischen Geothermie-Projektes beendet und stellte dabei einen Rekord auf als die weltweit tiefste Bohrung zur Energieversorgung. Beim Bohren im Festgestein bewältigte das Bohrunternehmen gleich mehrere technische Herausforderungen.

 

Die Endteufe der ersten geothermischen Bohrung in Otaniemi, einem Stadtteil von Espoo, wurde erreicht – sehr zur Freude des finnischen Energieunternehmens St1. Am Samstag, den 22. April 2018, gab CEO Mika Wiljanen den Erfolg bekannt und gratulierte dem Bohrteam. Weltweit existieren nur drei tiefere Bohrungen, die jedoch alle zu Forschungszwecken ausgefuhrt wurden, eine davon im bayerischen Windischeschenbach.

 

Der Bundesverband Geothermie sieht die Leistung des hessischen Unternehmens als einen Beweis fur die hohe Kompetenz der deutschen Bohrbranche. „H. Anger‘s Söhne hat in dem Projekt in Espoo in vielerlei Hinsicht Neuland beschritten. Es freut mich, dass sie es geschafft haben, mit innovativer Technologie diese Bohrtiefe zu erreichen“, zeigte sich Verbandspräsident Dr. Erwin Knapek beeindruckt. „Von den Erkenntnissen können wir auch in Deutschland sehr profitieren, wenn es darum geht, mit Tiefen von mehr als 5.000 m noch hohere Temperaturen nutzen zu konnen.“ Eine spezielle Bohrausrüstung ermöglichte hier das tiefe Vordringen in den finnischen Granit.

 

Ziel des Pilotprojektes in Otaniemi ist es, mit 40 MW Leistung etwa 10 % der nachgefragten Fernwärme in Espoo (275.000 Einwohner) zu erzeugen. „Projekte wie diese sind der richtige Weg, die Klimaschutzziele zu erreichen und Stadte mit CO2-neutraler Warme zu versorgen. Nur mit Geothermie ist die Wärmewende in Deutschland und auch international zu erreichen“, so Knapek.

 

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