Titelbild des Lotsen für Tiefengeothermie-Projekte in Niedersachsen © LBEG

| Geothermie

Niedersachsen will Erdwärmepotenziale nutzen

Erdwärme aus großen Tiefen soll ein fester Bestandteil der Energiewende in Niedersachsen werden. Dieses Ziel verfolgt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit Nachdruck und hat dafür den Niedersächsischen Geothermiedienst (NGD) aus der Taufe gehoben. Auf gleich zwei Informationsveranstaltungen – gemeinsam mit wichtigen Kooperationspartnern – will das LBEG in nächster Zeit über die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Tiefengeothermie informieren.

 

Lotse für Tiefengeothermie-Projekte

Am Mittwoch, dem 22. September, findet die Herbstsitzung des Geothermieforums Niedersachsen statt. Bei dieser Online-Veranstaltung, die das LBEG und der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung organisieren, steht der Austausch zwischen der Erdgas-/Erdöl- und der Geothermiebranche im Mittelpunkt. Eine Kernfrage der Sitzung wird sein, wie Betreiber ihre Erdöl- oder Erdgasbohrungen für die Tiefengeothermie nachnutzbar machen können und welche Anreize Unterstützer potenzieller Geothermieprojekte brauchen, um solche Bohrungen nachzunutzen.

LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier wird den Branchenvertretern dabei auch den aktualisierten Lotsen für Tiefengeothermie vorstellen. Der kostenlos und online verfügbare Lotse bietet potenziellen Tiefengeothermie-Unternehmerinnen und Unternehmern eine allgemeinverständliche Orientierungshilfe und soll dazu beitragen, in dieser größtenteils noch jungen Branche Prozesse und Handlungsabläufe zu etablieren. Dazu begleitet „Ihr Lotse für Tiefengeothermie-Projekte in Niedersachsen“ Leserinnen und Leser durch die einzelnen Phasen eines Tiefengeothermie-Projektes – vom allgemeinen Interesse bis zum Betrieb. Wesentlicher Bestandteil sind die Anhänge mit ergänzenden Empfehlungen zur Beantragung einer Erlaubnis zur Aufsuchung bzw. Bewilligung zur Gewinnung von Erdwärme sowie einer Checkliste für die Erstellung von Machbarkeitsstudien für Tiefengeothermie-Projekte.

 

Weitere Unterstützung für die Branche

Knapp drei Wochen später steht am Dienstag, dem 12. Oktober, ein Online-Workshop über Tiefengeothermie-Potenziale in Niedersachsen auf dem Programm. Bei dieser Veranstaltung, die das LBEG zusammen mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) organisiert, sollen vor allem kommunale Energieversorger und Kommunen für das Thema Tiefengeothermie angesprochen werden. Denn während beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, aber auch in Bayern und in den Niederlanden Vorzeigeprojekte entstehen oder bereits seit vielen Jahren erfolgreich laufen, ist niedersächsischen Energieversorgern häufig nicht bekannt, welche klimaschonenden Erdwärmepotenziale unter ihnen ruhen.

Das LBEG wird zudem noch weitere Hilfestellung leisten: Mitte des kommenden Monats geht eine weitere Kartenserie online, die als Informationsgrundlage für eine zielgerichtete Suche nach geeigneten Standorten zur Nutzung der tiefen Geothermie dient. Damit stehen dann Informationen zu zwei geologischen Formationen aus der Unterkreide in Niedersachen zur Verfügung, die sich möglicherwiese besonders gut für die Gewinnung von Erdwärme aus mehreren hundert Meter Tiefe eignen. Ein weiterer Schritt des NGD, Niedersachsen für die nachhaltige und klimaschonende Tiefengeothermie bereit zu machen.


Weitere Informationen:

https://www.lbeg.niedersachsen.de/karten_daten_publikationen/publikationen/geoberichte/geoberichte-42-203492.html