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Studie des Wirtschaftsministeriums belegt Bedeutung der Offshore-Windenergie

„Ein Arbeitsplatz im Bereich Offshore Windenergie führt im Durchschnitt zu 2,4 weiteren Arbeitsplätzen entlang der Wertschöpfungskette.“, heißt es in der jüngst durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) veröffentlichten Studie „Maritime Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland“. Der Offshore-Windenergie wird außerdem ein Wertschöpfungsmultiplikator von 3,1 attestiert.

 

Windindustrie ist wichtiger Jobmotor und Wirtschaftstreiber

„Die Zahlen belegen, was wir längst wussten: Die Offshore-Windindustrie hat sich zu einem wichtigen Treiber unserer Wirtschaft entwickelt. Sie sorgt nicht nur in den Küstenländern, sondern auch im Süden und Westen Deutschlands für Beschäftigung und Wertschöpfung“, sagt Stefan Thimm, Geschäftsführer des Bundesverbands der Windparkbetreiber Offshore (BWO). „Die Zweitrundeneffekte der Offshore-Windbranche sind sehr hoch, auch das unterstreicht noch einmal die Wichtigkeit der gesamten Wertschöpfungskette. Umso bedenklicher ist die Tatsache, dass aktuell so gut wie kein Offshore-Ausbau in Deutschland stattfindet.“

Sorgen macht sich Thimm vor allem um die ca. 24.000 Beschäftigten der Offshore-Windindustrie. „Schon jetzt ist die Branche leicht geschrumpft. Hier bekommen wir die Auswirkungen der Ausbaulücke ganz unmittelbar zu spüren“, so Thimm. Gleichzeitig sieht er aber auch die deutsche Vorreiterstellung im internationalen Wettbewerb in Gefahr: „Je stärker der inländische Ausbau stagniert, desto mehr wird sich die heimische Industrie in Richtung Ausland orientieren. Bei unseren europäischen Nachbarn, aber auch in außereuropäischen Märkten wie China und den USA sehen wir großes Wachstum“, so Thimm. „Wenn wir uns jetzt nicht ins Zeug legen, dann können wir unsere einstige Vorreiterrolle vergessen“.

Die Novelle des WindSeeG im Dezember 2020 schaffe immerhin schonmal eine gute Grundlage für die weitere Planung bis 2040 und auch die erneut angehobenen Klimaziele wecken Hoffnung. Um nach der Ausbaulücke voll durchstarten zu können, brauche es aber zusätzliche Maßnahmen. „Dazu zählt zum einen die Ausweisung weiterer Flächen für Offshore-Windprojekte und zum anderen ein stabiler regulatorischer Rahmen für zukünftige Investitionen“, so Thimm. Darüber hinaus habe der BWO Anfang des Jahres eine Reihe weiterer politischer Handlungsempfehlungen für die Offshore-Windenergie veröffentlicht.

 

Weitere Informationen:

https://bwo-offshorewind.de/