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TU Darmstadt startet mit Partnern das Energieforschungsprojekt „Reallabor DELTA“

In Städten schlummert viel Potenzial: Abwärme beispielsweise, die ungenutzt aus Industrieanlagen strömt. In Gebäuden mit intelligentem Energiemanagement wird diese Wärme wertvoll. Solche Potenziale wollen die Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie Expertinnen und Experten aus Darmstädter Hochschulen und Wirtschaft mit dem nun gestarteten Reallabor DELTA (kurz für „Darmstädter Energie-Labor für Technologien in der Anwendung“) nutzen – und urbane Energiesysteme effizienter, flexibler und klimafreundlicher machen.

Für das Vorhaben sollen in den kommenden fünf Jahren rund 100 Millionen Euro bereitgestellt werden. Dabei stehen die Projektbeteiligten vor der Frage, wie ein bestehendes Energiesystem so optimiert werden kann, dass Darmstadt oder vergleichbare Städte die nächsten Schritte zur Energiewende und Klimaneutralität gehen können. Für diese Herausforderung hat sich in Darmstadt ein Konsortium zum „Reallabor DELTA“ zusammengeschlossen. Prof. Jens Schneider vom Institut für Statik und Konstruktion der Technischen Universität (TU) Darmstadt wird das Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit Prof. Matthias Weigold (Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen) koordinieren. Im Kern geht es darum, die Chancen für die Energiewende auf dem Stadtgebiet unter Einbeziehung neuer Technologien und optimaler Ausnutzung bestehender Energieressourcen und Infrastrukturen zu nutzen. „Mit DELTA realisieren wir ein reales Umsetzungsprojekt, bei dem Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft Hand in Hand arbeiten und damit eine Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende schaffen.“, so die beiden TU-Professoren Schneider und Weigold.

 

Gesamtbetrachtung des urbanen Energiesystems

Mit DELTA möchte das Konsortium einen wesentlichen Beitrag zu den anstehenden Veränderungen im Energiesystem leisten. DELTA adressiert die Frage, wie innovative Ansätze zur Einsparung von CO2 in urbanen Quartieren optimal eingesetzt und durch Sektorenkopplung vernetzt werden können. Dabei werden mit Wohnen, Industrie und Gewerbe, Mobilität und regenerativer Energieerzeugung wesentliche Gebiete des urbanen Energiesystems einbezogen. Neben den technologischen Innovationen soll auch untersucht werden, welche Triebkräfte die Themen Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle und Konzepte zur Bürgerbeteiligung für eine erfolgreiche Energiewende entfalten können.

 

Den CO2-Fußabdruck verkleinern

Das DELTA-Team erwartet, in Darmstadt etwa 14.500 Tonnen CO2 im Jahr einsparen zu können. Das entspricht, grob gerechnet, dem kompletten CO2-Fußabdruck von über 1.600 Menschen, also einem Prozent der Darmstädter Bevölkerung. Außerdem tragen Speichertechnologien wie Batterien und der Einsatz von Wasserstoff dazu bei, das Energieangebot und die Nachfrage zeitlich aufeinander abzustimmen. Die Flexibilität des Stromsystems steigt und es können mehr zeitlich schwankende Erneuerbare Energien in das Netz eingespeist werden. Erwartet wird ein zusätzliches Flexibilitätspotenzial von 4,6 MW.

 

Weitere Informationen:

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