bbr 5/2013

 

Fachbeiträge der Ausgabe:

Quantifizierung der Wärmeableitung bei erdverlegten Mittel- und Niederspannungskabeln

Die Leistungsfähigkeit von erdverlegten Stromkabeln hängt von ihrer betriebsbedingten Erwärmung ab. In einem Forschungsprojekt wird der Einfluss von Boden und Bettungsmaterialien hierauf unter Berücksichtigung von Klima, Wetter und Wasserhaushalt des Standorts untersucht.

Autoren: Dipl.-Ing. Johannes Stegner, Dipl.-Ing. Christoph Drefke, Prof. Dr. Ingo Sass (alle Technische Universität Darmstadt), Dipl.-Ing. Klaus Hentschel (E.ON Bayern AG)

 

Energietransportnetze zuverlässig überwachen und steuern

Energieversorger verteilen ihre Produkte oft über große Entfernungen. Schon lange werden in Versorgungs- und Transportnetzen Überwachungs- und Steuerungsdaten ausgetauscht. Die dazu erforderlichen Datenleitungen und -netze sind normalerweise parallel zu den Versorgungstrassen angeordnet. Steigende Anforderungen an die Übertragungsgeschwindigkeit, und damit an die Bandbreite solcher Fernwirknetze, sind nicht leicht zu erfüllen. Die heutige Übertragungstechnik bietet aber wirtschaftliche Lösungen, auch für bereits seit Jahrzehnten bestehende Kabelnetze.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Hans-Joachim Schwarz (Keymile GmbH)

 

Clustering – kritische Masse im Breitbandausbau für den ländlichen Raum

Niedersachsen setzt Mittel aus seinem Konjunkturpaket zweckgebunden für den Breitbandausbau ein und schreibt als Land hierzu Großprojekte aus. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass nicht nur das Kriterium „Ländlicher Raum“ als Auswahlmerkmal Berücksichtigung findet, sondern auch die Unterstützung der Wirtschaft als Effekt erzielt wird – z. B. bei der Förderung niedersächsischer Tourismusstandorte. 60 Prozent der zur Verfügung gestellten Fördergelder setzt die Landesregierung für den Anschluss größerer regionaler Einheiten ein, im Zusammenschluss von Gebietskörperschaften zu sog. Clustern. Dies soll entscheidende Vorteile im Hinblick auf die Umsetzbarkeit der Projekte sichern.

Autor: Tim Brauckmüller (Breitbandbüro des Bundes)
 

Kabel versus Freileitung – ein Beispiel

Im Großraum Frankfurt, wo Banken und Versicherungen zu Hause sind, konzentrieren sich Rechenzentren; und wo es viele Computer gibt, wird viel Energie benötigt, die es vom Ort der Energieverteilung zum Endverbraucher zu transportieren gilt. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Kabel oder Freileitung?

Autor: Dipl.-Ing. Thomas Jödicke (Brugg Cables)

 

Flüssigboden als Verfüllbaustoff beim Kabelleitungstiefbau im innerstädtischen Bereich

Flüssigboden ist ein kohäsiv, friktional rückverfestigendes Material aus der Gruppe der zeitweise fließfähigen Verfüllmaterialien und kommt zunehmend bei Kabelleitungstiefbauarbeiten im urbanen Raum zum Einsatz. Beschrieben werden die bauphysikalischen bzw. bautechnischen Anforderungen, Einsatzbereiche sowie bislang gesammelte Erfahrungswerte.

Autoren: Dipl.-Ing. Michael Heide, Dipl.-Bauing. (TU) Sebastian Geruschka (beide Zentralverband Deutsches Baugewerbe)
 

Zwei-Phasen-Strömung im Thermalwassersystem von Geothermiekraftwerken

Im Rahmen des OSGa-Projektes wird der Thermalwasserkreislauf des Geothermiekraftwerks in Bruchsal untersucht. Dieser Standort ist durch einen hohen Salz- und Gasgehalt des Thermalwassers charakterisiert. In diesem Artikel werden die auftretenden Strömungsformen einer Zwei-Phasen-Strömung im Thermalwassersystem mit dem Ziel untersucht, die Einflussfaktoren auf die Strömungsform zu identifizieren und die aus der Zwei-Phasen-Strömung resultierenden anlagentechnischen Herausforderungen aufzuzeigen.

Autoren: Dipl.-Ing. Sebastian Fuchs, Prof. Dr.-Ing. Alfons Kather, (beide Technische Universität Hamburg-Harburg)

 

Betriebserfahrungen mit den Geothermiekraftwerken Landau, Insheim und Bruchsal

In Mitteleuropa stellt der Oberrheingraben eine besonders hervorragende Region für die geothermische Energieproduktion dar. Ein Beleg hierfür ist in der jüngeren Vergangenheit die erfolgreiche Inbetriebnahme der Kraftwerke in Soultz-sous-Forêts, Landau, Insheim und Bruchsal, aber auch das seit Langem im Betrieb befindliche Heizwerk im schweizerischen Riehen. Zudem sind derzeit zwei weitere Anlagen – Rittershoffen im Elsass und Brühl in Baden – im Bau (Abb. 1). Aber auch in geothermisch bevorzugten Gebieten stellen sich während der Errichtung der Anlagen verschiedenste Herausforderungen ein, deren Bewältigung ein sorgfältig abgestimmtes Vorgehen von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern verschiedenster Disziplinen verlangt. Ausgewählte Fragestellungen und deren Lösungen sollen am Beispiel der drei im Titel genannten Kraftwerke vorgestellt werden.

Autoren: Dr. Jörg Baumgärtner, Dipl.-Geophys. Thomas Hettkamp, Dipl.-Geophys. Dimitra Teza (alle BESTEC GmbH), Dr. Thomas Kölbel, Dipl-Ing. Hanna Mergner, Dipl.-Ing./Msc. Pascal Schlagermann, (alle EnBW - Energie Baden-Württemberg AG), Dr. Christian Lerch (geo x GmbH)

 

Risikokommunikation und Geothermie

Wenn nichts mehr hilft, um in der Bevölkerung Zustimmung für ein Geothermieprojekt zu erlangen, hilft dann Risikokommunikation? Nein, Risikokommunikation bietet keine letzte rettende Auskunft. Wohl aber ist sie ein Gebot der Klugheit, weil allein eine transparente und anschauliche Kommunikation über mögliche Risiken die nötige Plattform für eine Verständigung bietet. Ob sich tatsächlich eine Verständigung ergibt und ob diese zu einem gemeinsamen Willen führt, hängt von den Interessenslagen und Handlungszwängen der Beteiligten ab sowie vom Vertrauen zwischen ihnen. Aufklärung und Dialog über Risiken allein reichen nicht aus.

Autoren: Prof. Dr. Peter Wiedemann, Dipl.-Psych. Ferna Sommer (KIT - Karlsruher Institut für Technologie)

 

Das Peilrohr – ein Ausgangspunkt für Brunnenalterung?

Bohrlochgeophysikalische Methoden helfen, den Zustand des Brunnenrohrstranges, die hydrodynamischen und hydrochemischen Verhältnisse sowie Ursachen für die Brunnenalterung zu ermitteln, um den Brunnen anschließend zielgerichtet und kostenoptimiert sanieren zu können. Ein bisher noch vernachlässigtes Untersuchungsobjekt des Brunnens ist das Peilrohr. Ob dieses auch ein Ausgangspunkt für Brunnenalterungen - etwa Verockerungen im Brunnenrohrstrang - sein könnte, wird hier diskutiert.

Autoren: Dipl.-Geol. Falk Triller, Dipl.-Geophys. Isabel Willwacher (Bohrlochmessung-Storkow GmbH)
 

Korrosionsprobleme und Einsatzgrenzen unzureichend geschützter Stahlrohre in Brunnen

Die Korrosionssicherheit der Brunnenausbauten ist in der Brunnenbaupraxis von großer Bedeutung, da hierdurch die gesamte Brunnenfunktion und die Rohwasserbeschaffenheit beeinflusst werden. Daher werden bei Trinkwasserbrunnen heute korrosionsgeschützte Edelstähle oder bei besonders korrosionsgefährdeten Systemen PVC und glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) verwendet. Näher betrachtet werden die Grundlagen der Korrosionschemie und die daraus resultierende Gefährdung von Brunnen infolge von Korrosionsvorgängen an ungeeigneten Brunnenrohren. Zudem wird ein Überblick über die Anforderungen an die Ausbauwerkstoffe bei Trinkwassergewinnungsbrunnen gegeben.

Autor: Prof. Dr. habil. Christoph Treskatis (Bieske und Partner Beratende Ingenieure)