bbr 3/2014

 

Fachbeiträge der Ausgabe:

Interne Inspektion als Qualitätskontrolle der Nord Stream-Pipelines

Nord Stream betreibt zwei DN 1.200 mm Gas-Pipelines, die über 1.224 Kilometer von Russland nach Deutschland durch die Ostsee führen. Zur Gewährleistung der Betriebssicherheit werden beide Leitungen regelmäßig intern und extern inspiziert. Die interne Inspektion wurde 2013 für beide Nord Stream-Pipelines erstmals durchgeführt. Im Einsatz waren dabei sogenannte intelligente Molche. Diskutiert werden ausgewählte Daten dieser Inspektion sowie der Beitrag entsprechender Inspektionstechnik zum sicheren Betrieb von Rohrfernleitungen.

Autoren: Jean-Francois Plaziat M. Sc., Andrey Voronov, Dipl.-Ing. Steffen Paeper (alle Nord Stream AG)
 

Rissdetektion und Zustandsbewertung externer Schutzbeschichtung von Rohrleitungen mittels hochauflösender EMAT-Molchung

Die Entwicklung der EMAT-Technologie zur Molchung von Rohrleitungen erlaubt heute die Detektion, Identifikation und Bewertung von Rissen in Rohrleitungen unabhängig von dem in der Rohrleitung befindlichen Produkt. Anhand eines Fallbeispiels von Spannungsrisskorrosion in Gas-Transmissions-Leitungen wird der heutige Stand der Technik dargestellt. Ferner wird der Einsatz dieses Verfahrens zur gezielten Erkennung verschiedener externer Rohrbeschichtungen exemplarisch geschildert.

Autoren: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Klein (ROSEN Technology & Research Center), M. Eng. P. Eng. Richard Kania (TransCanada Pipelines), Dipl.-Ing. (FH) Ralf Weber (ILI Consulting)
 

Untersuchungen zur Beständigkeit HFI-geschweißter Rohre für den Wasserstofftransport

Im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien und dem Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie gewinnt Wasserstoff als alternativer Energieträger zunehmend an Bedeutung. Die neuen Anwendungsfelder erfordern eine Infrastruktur für den Transport und die Speicherung von Wasserstoff in großen Mengen. Im Folgenden wird das Verhalten hochfester, hochfrequenz-induktiv (HFI) geschweißter Leitungsrohrstähle hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegenüber Wasserstoff-beeinflusster Korrosion bewertet.

Autoren: Dr.-Ing. Michaela Tröger, Dr.-Ing. Christoph Bosch (beide Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH), Dr.-Ing. Holger Brauer (Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH)
 

Know-how und Hightech: Die Schlüsselrolle der deutschen Kunststoffrohr-Industrie für moderne Infrastruktursysteme

Die deutsche Kunststoffrohr-Industrie steht für einen innovativen Wirtschaftszweig, der bei Qualität und Know-how europaweit führend ist. Kunststoffrohre sind oftmals alles andere als Standardware. Vor rund 60 Jahren wurden die ersten Kunststoffrohrsysteme in Frankfurt bei der Firma Höchst verlegt. Heute spielen Kunststoffrohre bei praktisch jedem industriellen Prozess eine maßgebliche Rolle. Ein moderner Industriestandort wie Deutschland wäre ohne Kunststoffrohre nicht in der Lage, den Weltmarkt mit seinen hochwertigen Produkten zu beliefern. Der Beitrag zeigt, warum Kunststoffrohre auch für Industrieanwendungen die richtige Wahl sind.

Autor: Dr. Elmar Löckenhoff (Kunststoffrohrverband e. V.)
 

Weiterentwicklung eines Tools zur Restnutzungsdauerberechnung von Leitungssystemen

Rohrleitungen dienen dem Transport unterschiedlicher Medien. Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase und Dämpfe können nur wirtschaftlich und gefahrlos durch Rohrsysteme geleitet werden, wenn diese in einwandfreiem Zustand sind. Dieser Zustand muss, entsprechend den gültigen Regeln und Normen, regelmäßig überprüft und begutachtet werden. Die Praxis zeigt manchmal leider ein anderes Bild. Die betroffenen Ingenieure stehen in einem Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Betriebsergebnis. Weltweit haben Unternehmen Ziele wie „Safety First“ oder „Null Unfälle“ und immer auch den Fokus auf Kostenreduzierung.

Autor: Christian Lenz B. Eng. (Bilfinger Scheven GmbH)
 

Von der digitalen Brunnenakte zur automatisierten Überwachung von Brunnenalterungsprozessen

Der Aspekt der Wirtschaftlichkeit von Gewinnungs- und Verteilungsanlagen nimmt besonders vor dem Hintergrund steigender Energiekosten eine immer größere Rolle ein. Viel zu selten liegen entsprechende Kennzahlen vor, die die Verantwortlichen (Rohrnetz-/Wassermeister, Betriebsleiter) in die Lage versetzen, zeitnah geeignete Maßnahmen in Form von Pumpversuchen oder Brunnenregenerierungen einzuleiten. Dieser Artikel stellt ein softwaregestütztes Verfahren vor, das, aufbauend auf einer digitalen Brunnenakte, von der Planung bis zum Rückbau eines Brunnens alle Daten vollständig erfasst, verwaltet und unternehmensweit für Auswertungen und Überwachungen zur Verfügung stellt.

Autor: Dr.-Ing. Thomas Gutzke (envi-systems GmbH)
 

Verockerungsanalytik für Brunnen in der Praxis (Teil 2)

Nachdem im ersten Teil des Beitrags (bbr 10/2013) genauer auf die mikrobiologischen Hintergründe der biologisch induzierten Verockerung von Brunnen eingegangen wurde, werden nun die praktischen Einsatzmöglichkeiten einer Verockerungsanalytik veranschaulicht.

Autoren: M. Sc. Manuel Popiol, Dipl.-Ing. Lukas Weise, Dipl.-Ing. Oliver Thronicker (Blue Biolabs GmbH)
 

Exzenterhaus Bochum: geothermische Kälte- und Wärmeversorgung eines Büroneubaus

Nahe der Bochumer Innenstadt wurde ein Hochbunker aus dem 2. Weltkrieg zu einem fünfzehngeschossigen Bürohochhaus umgebaut. Das architektonisch zukunftsweisende Gebäude deckt einen Großteil des anfallenden Heiz- und Kühlbedarfs über Geothermie ab. 33 Erdwärmesonden à 130 Meter Tiefe entziehen dem Erdreich jährlich 343 MWh Wärme und führen im Kühlfall 237 MWh Wärme zurück in den Untergrund. Zentrale Herausforderung war insbesondere die Errichtung der Erdwärmesondenanlage in zentraler urbaner Lage.

Autoren: Timm Eicker, M. Sc., Dipl.-Ing. Holger Born (Internationales Geothermiezentrum (GZB))