bbr 4/2014

 

Fachbeiträge der Ausgabe:

Grabenlose Erneuerung von Feuerlöschleitungen im Berstlining-Verfahren

Der BASF-Landeshafen Nord in Ludwigshafen ist seit Jahrzehnten Umschlagplatz für brennbare Flüssigkeiten wie Naphta, Methanol und unter Druck verflüssigte Gase. Teil des umfassenden Sicherheitskonzeptes im Hafengelände sind Schaumwasserwerfer, die durch unterirdische Stahlrohrleitungen mit Wasser versorgt werden. Wegen zunehmender Leckagen wurden die vorhandenen Leitungen grabenlos mittels Berstlining erneuert.

Autoren: Dipl.-Ing. (FH) Stephan Hobohm, Alexander Bauer (beide Duktus Rohrsysteme Wetzlar GmbH)
 

EU-Programm zur Reduktion der Wasserverluste in Zarqa, Jordanien

Jordanien gehört weltweit zu den zehn Ländern, die am meisten unter Wasserknappheit leiden. Ein EU-finanziertes Wasserprogramm zielt darauf ab, die Trinkwasserversorgungssysteme in identifizierten Gebieten mit hohen Wasserverlusten, schlechter Rohwasserqualität und Versorgungsschwierigkeiten zu verbessern. Das Projekt in Zarqa, einem im Norden des Landes liegenden Regierungsbezirk, der von der Zuwanderung von Flüchtlingen aus den Nachbarländer Irak und Syrien stark betroffen ist, soll einen Beitrag zur effizienten und nachhaltigen Nutzung der vorhandenen Wasserressourcen leisten.

Autoren: Clive W. Jennery, BSc Eng, MIMechE, CEng, Dipl.-Ing. Joël Baret (beide ILF Consulting Engineers)
 

Grabenlos in Bulgarien – Sanierung einer Trinkwasserversorgungsleitung im Pull-In-Verfahren

Lochfraß machte die Sanierung einer Hauptversorgungsleitung der Stadt Shumen in Bulgarien zur obersten Priorität, um eine einwandfreie Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Eine kurze Installationszeit, die heikle Bodenbeschaffenheit, ein Gefälle von sechs bis acht Prozent sowie ein 15°-Bogen begründeten die grabenlose Sanierung. Zum Einsatz kam ein Schlauchlining-Verfahren mittels Pull-In-Variante.

Autoren: Ingo Hoffmann, Viktor Laufer (beide SEKISUI SPR Europe GmbH)
 

Faltenbildung beim Schlauchlining – mehr als nur ein Schönheitsfehler?

Kamerabefahrungen bringen sie ans Tageslicht: Falten. Nur Schönheitsfehler, könnte man meinen. Doch die Erfahrungen zeigen immer wieder, dass Falten bei Schlauchlining-Projekten ernsthafte Probleme für die Statik, spätere Funktion und Standzeit zur Folge haben können, selbst wenn die Materialkennwerte in Ordnung sind. Vorgestellt wird ein Überblick über die Bandbreite in der Praxis anzutreffender Faltenbildungen bei eingebauten Schlauchlinern.

Autor: Dipl.-Ing. Andreas Haacker (Siebert + Knipschild GmbH Ingenieurbüro)

 

Auswertung und Interpretation von Einzugskräften und Krümmungsradien an grabenlos verlegten Fernwärmeleitungen

Nach der grabenlosen Verlegung überlagern sich im Betrieb von warmgehenden Leitungen die Belastungen aus Temperatur, Innendruck, Erdreibung und Krümmungsradien. In einem AGFW-Forschungsvorhaben wird die Größenordnung der unterschiedlichen Lasten in Feldversuchen erfasst. Der Artikel befasst sich mit der Auswertung und Interpretation von Einzugskräften und Krümmungsradien und gibt einen Ausblick auf mögliche Berechnungsalgorithmen für eine entsprechende Rohrstatik.

Autoren: Dipl.-Ing. Alexander Junge, Dipl.-Ing. Jörg Himmerich (beide Dr.-Ing. Veenker Ingenieurgesellschaft mbH), Dr.-Ing. Ingo Weidlich (AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V., Forschung und Entwicklung)
 

Vermeidung von Bauschäden bei Mauerdurchführungen von gedämmten Rohrleitungen

Dichtungen für Mauerdurchführungen an gedämmten Rohrleitungen, insbesondere Fernwärmeleitungen, bedürfen höchster Sorgfalt bei der Auswahl der für den jeweiligen Anwendungsfall geeigneten Dichtung und bei der Dichtungsmontage.

Autor: Dipl.-Betriebsw. Frank Hellmann (4 pipes GmbH)
 

Bohrungen und Brunnenbau zur Erkundung nutzbarer Wasservorräte für den Kali-Bergbau in Äthiopien

Im Norden von Äthiopien wurden Bohrungen für den Bau von Grundwassermessstellen, Versorgungsbrunnen und für den in Planung befindlichen Kali-Bergbau abgeteuft. Das rund 4.500 km von Deutschland entfernte Projektgebiet machte für alle Beteiligten eine den besonderen Bedingungen angepasste Herangehensweise bei der Planung und Ausführung der Bohr- und Brunnenbauarbeiten erforderlich.

Autoren: Dipl.-Ing. Sven Tewes (NBB Nord Bohr- und Brunnenbau GmbH), Dr. Falk Bednorz (Fugro Consult GmbH)
 

Laborleistungen zur Kennwertbestimmung aus Bohrproben für den Brunnen(aus)bau (Teil 1)

Die Kennwertbestimmung aus Bohrproben zur Planung für den Brunnen(aus)bau unterscheidet sich in der Ausführung der Laborleistungen wegen differierender Zielstellungen signifikant zur Kennwertbestimmung für den Baugrund, wobei der Korngrößenuntersuchung die größte Bedeutung zukommt. Dafür sind vorhandene Baugrundnormen, zum Beispiel die DIN 18123, in „eigenverantwortlichem Handeln“ den Erfordernissen des Brunnen(aus)baus anzupassen. Im Beitrag (Teil 1 und 2) werden nach mehrjähriger Praxiserprobung erstmals Details zur Ausführung der Korngrößenuntersuchung mittels „Siebanalyse mit erweitertem/angepassten Siebsatz“ dargelegt. Weiterhin wird über die Randbedingungen der „Nassabtrennung“ zur Bestimmung des bindigen Anteils der Bohrprobe berichtet.

Autor: Dipl.-Ing. Kerry F. Paul (IBB Ingenieur- und Beratungsbüro für Brunnenbetriebstechnik und -instandhaltung GmbH)
 

Bau der geothermischen Großanlage „Rathaus-Galerie“ in Hagen

Das Gebäude der Rathaus-Galerie im Hagener Stadtzentrum hat eine geplante Verkaufsfläche von ca. 20.000 m². Die bivalente Heiz- und Kühlanlage wird mit drei Großwärmepumpen und einem Gaskessel zur Spitzenlastdeckung betrieben. Zur Wärmequellenerschließung wurden 94 Erdwärmesonden bis 200 Meter Teufe mit insgesamt 18.800 Bohrmetern errichtet. Die Wärmepumpenanlage des Gebäudes soll eine Heizleistung von 900 kW und eine Kälteleistung von 740 kW liefern. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2014 vorgesehen.

Autoren: Dr. Thomas Mathews (Baugrund Süd Gesellschaft für Geothermie mbH)

 

Aufrüstung konventioneller Wärmegewinnungs- und Industrieanlagen durch Geothermie

In Kooperation mit zwei Energieversorgungsunternehmen und einem energieintensiven Industriebetrieb wurde das österreichische Forschungsprojekt GeoHeat.at realisiert. Anhand von zwei Standorten in unterschiedlichen geologischen Gebieten mit differierenden Anforderungsprofilen sollte geklärt werden, unter welchen geowissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine Auf- bzw. Umrüstung bestehender Wärme- und Industrieanlagen mit Methoden der geothermischen Energiegewinnung und Energiespeicherung sinnvoll durchgeführt werden kann.

Autoren: Mag. Gregor Götzl (Österreichische Geologische Bundesanstalt Fachabteilung Hydrogeologie & Geothermie), DI Dr. Edith Haslinger (AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Health & Environment Department)