bbr 9/2014

 

Fachbeiträge der Ausgabe:

Zentimeterarbeit bei Verlegung der Wiebachleitung III in Bergheim

Der Tagebau Hambach zwischen Niederzier, Jülich, Elsdorf und Merzenich steuert jährlich ca. 40 Mio. Tonnen Braunkohle zur Gesamtförderung des Rheinischen Reviers bei. Mit der Braunkohleförderung deckt die Essener RWE Power AG rund zwölf Prozent der deutschen Stromerzeugung ab. Um die Sümpfungswässer aus dem Tagebau Hambach optimal ableiten zu können, wird auf rund 5,6 km Länge eine neue Leitung DN 1400 verlegt – eine Baumaßnahme, die durch zahlreiche Kreuzungsbauwerke und ökologisch sensitive Bereiche technisch besonders anspruchsvoll ist.

Autor: Dipl.-Ing. Uwe Burrichter (Köster GmbH)

 

Kunststoffrohrsysteme in der Praxis: Schweißverbindung mit integrierten Heizwendeln

Mithilfe von in die Rohrwand integrierten Heizwendeln können Kunststoffrohre und Formteile stoffschlüssig, zugfest und dauerhaft dicht verschweißt werden. Die Heizwendelschweißung entspricht den Richtlinien des Deutschen Verbandes für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. und gewährt eine qualitativ hochwertige Verbindung. Vorgestellt werden das Funktionsprinzip, die wichtigsten Entwicklungsstufen und mögliche Anwendungsbereiche anhand verschiedener Projekterfahrungen.

Autor: Dipl.-Ing. Wolfgang Krämer (SIMONA AG)
 

Planung und Bau eines Brunnens mit stabilem Kornfilter – ein Praxisbericht

Die Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH hat für das Großwasserwerk Colbitz in der Letzlinger Heide einen Ersatzbrunnen auf Grundlage einer Aufschlussbohrung mit Bohrkern-Untersuchungen in Varianten planen und schließlich nach dem Bemessungsansatz für stabilen Kornfilter mit abschnittweiser doppelter Hinterschüttung errichten lassen. Die Filterschüttung wurde konsolidiert und auf Grundlage detaillierter Ausführungsplanung mit einer Doppelkolbenkammer bei simultanem Impulseintrag entwickelt, wobei die erforderliche Filterentwicklungszeit, die gemessene Sedimentaustragsmenge und die restlichen Sedimentaustragsraten den geplanten Kennzahlen entsprachen.

Autoren: Dipl.-Ing. David Nillert (BRUNI Service David Nillert), Dipl.-Ing. (FH) Ingolf Müller, Dipl.-Ing. (FH) Knut Nelson (Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH (TWM))
 

Rein mineralische Sanierung auch bei aggressiven Wässern

Das Regelwerk (DIN EN 206) sieht für aggressive Wässer die Expositionsklassen XA1 bis XA3 vor. Dabei wird leicht übersehen, dass die Übertragung der Expositionsklassen auf Bauwerke der Wasserversorgung nicht möglich ist, da hier ein ständiger Wasserwechsel und somit keine hydrostatischen Verhältnisse vorliegen. Nicht zuletzt aus diesem Grund kamen bei betonangreifenden Wässern mineralische Beschichtungen bisher an ihre Grenzen, sodass in diesen Fällen gerne auf nicht mineralische Beschichtungen oder Auskleidungen zurückgegriffen wurde. Seit ein paar Jahren gibt es eine innovative rein mineralische Neuentwicklung, deren Beständigkeit insbesondere gegen Wässer mit einer hohen Calcitlösekapazität in einem Forschungsvorhaben bestätigt werden konnte. Auch bei ersten Anwendungen in Trinkwasserbehältern konnte die gute Beständigkeit dieser Beschichtung nachgewiesen werden.

Autor: Dipl.-Ing. Martin Bolesta (P & T Technische Mörtel GmbH & Co. KG)
 

Verbesserte Software für Kanalkataster und Leitungsplanung

Eine neue Kanalkataster-Software verarbeitet und verwaltet auf Basis topografischer Daten Zustandsinformationen, hydraulische Daten und alle relevanten Informationen aus dem Arbeitsbereich. Mit einer erweiterten Leitungsplanungs-Software lassen sich datenbankgestützt Leitungsnetze zur Wasserversorgung bis hin zur Knoten-Detaillierung entwerfen und hydraulisch berechnen.

Autorin: M.A. Dorothee Oetzmann (RZI Software GmbH)
 

Leckortungsverfahren im erdverlegten Wasserverteilungsnetz

Lecks in Trinkwasserleitungen bergen ein hohes Risiko für die Lebensmittelsicherheit und mindern gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Trinkwasserversorgung. Zur schnellen Schadensbehebung müssen Versorger Undichtigkeiten im Trinkwassernetz möglichst präzise orten.

Autor: Dipl.-Ing. (FH) Clemens Fentker (Esders GmbH)
 

Kanalsanierung im Herzen Hamburgs

Bereits 1842 begann die Hansestadt Hamburg, eine moderne Kanalisation zu errichten. Viele historische Kanäle – in Hamburg Siele genannt – sind immer noch in Betrieb und erfüllen wichtige Funktionen in der Entwässerung. Altersbedingt zeigen einige jedoch Sanierungsbedarf. Die Arbeiten gestalten sich nicht immer einfach, denn die historischen Stammsiele liegen im Herzen der Innenstadt und verlaufen mitunter in geringer Tiefe. Hohe Verkehrsbelastung, dichte Bebauung und anspruchsvolle Bodenverhältnisse erschweren die Arbeiten, wie ein Beispiel aus dem Stadtteil Hohenfelde zeigt. Dort erneuert Hamburg Wasser mit dem Kuhmühlen-Stammsiel und dem Geest-Stammsiel zwei der riesigen „Oldies“.

Autorinnen: Dipl.-Ing. Isabell Sobottka, Dipl.-Ing. Gudrun Hartig (Hamburg Wasser)
 

Geothermie-Sonderanwendungen in der Infrastruktur

Mit den Technologiefeldern der Geothermie und der Wärmepumpensysteme in Verbindung mit einer intelligenten Steuerung können Weichen und Freiflächen von gemäßigten bis hin zu den extremen Klimazonen in den Wintermonaten verfügbar gehalten werden.

Autor: Michael Funke (Triple S-GmbH)