bbr 11/2015

Fachbeiträge der Ausgabe:

Studie der Europäischen Kommission über Wasserverluste in Rohrnetzen

Wasserverluste sind ein Thema, das sowohl auf nationaler wie auch auf europäischer und internationaler Ebene behandelt und diskutiert wird. Die jeweiligen Ausprägungen sind dabei sehr unterschiedlich und werden von gesetzlichen, politischen, aber auch situativen Einflüssen, wie z. B. dem Dargebot, geprägt. In Deutschland beispielsweise wird das Thema im DVGW-Regelwerk behandelt. Ein europäisches Regelwerk zu diesem Thema gibt es zwar nicht, wohl aber eine Auseinandersetzung mit dem Thema auf der politischen Ebene: So hat die Europäische Kommission Ende 2014 die Ergebnisse einer Studie zum Thema Wasserverluste veröffentlicht.

Autor: Thomas Prein (SWM Services GmbH, München)

 

Untersuchungen zum hydraulischen Feststofftransport in Rohrleitungen

Im Rahmen der Forschungsarbeiten am Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TU Dresden (IWD) werden aktuell Untersuchungen zum Feststofftransport in wassergefüllten waagerechten Druckleitungen durchgeführt. Der Fokus der Untersuchungen liegt auf den auftretenden Druckverlusten in Abhängigkeit der Feststoffkonzentration und der Kornfraktionen. Ergänzend erfolgen zur Untermauerung der Versuchsreihen 3D-hydronumerische Simulationsrechnungen mit ANSYS Fluent.

Autoren: Bashar Ismael, Prof. Dr. Jürgen Stamm, Dr. Ulf Helbig (alle Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik, TU Dresden)

 

Operation am offenen Herzen der Hamburger Trinkwasserversorgung

Im Stadtteil Rothenburgsort, Wiege der zentralen Wasserversorgung Hamburgs, saniert das Ver- und Entsorgungsunternehmen Hamburg Wasser derzeit eine rund 100 Jahre alte Ringleitung. Diese verbindet fünf Trinkwasserbehälter mit einem Gesamtspeichervolumen von rund 100.000 m3 miteinander. Aufgrund der Bedeutung der Behälter für die Versorgungssicherheit der Hamburger Innenstadt und der südöstlichen Stadtteile, können die Arbeiten bei laufendem Betrieb nur in der verbrauchsarmen Jahreszeit erfolgen. Eine ingenieurstechnische und logistische Herausforderung, die den Auftraggeber dazu zwingt, das Projekt in fünf Bauabschnitte zu unterteilen.

Autoren: Dr. Wolfgang Mueller, Dr. Christoph Czekalla (beide HAMBURG WASSER, Hamburg)

 

Nachhaltige Schutzwirkung von Zementmörtel-Auskleidungen in Trinkwasserleitungen aus duktilem Gusseisen

Der Einsatz von Zementmörtel als innerem Korrosionsschutz von Wasserleitungen aus Gusseisen ist seit etwa 150 Jahren bekannt und hat sich unter physikalischen, mechanischen und hygienischen Gesichtspunkten, aber auch aus korrosionschemischer Sicht bewährt. Seit Ende der 1960er-Jahre werden Gussrohre standardmäßig werkseitig mit Zementmörtel ausgekleidet. Trotz dieser langen Erfahrungszeit ergeben sich in der Praxis immer wieder Fragen rund um die Zementmörtel-Auskleidung, zu ihren Einsatzmöglichkeiten und -grenzen sowie zur technischen Nutzungsdauer. Vor allem um den letzten Punkt soll es in diesem Bericht gehen: Anhand eines Beispiels aus der Praxis sollen die Vorteile dieses aktiven Schutzsystems dargestellt werden.

Autoren: Florian Häusler, Stephan Hobohm (beide Duktus Rohrsysteme Wetzlar GmbH, Wetzlar)

 

Außergewöhnliche HDD-Bohrungen im Hochmoor und Talgrund

Für die Verlegung zweier Versorgungsleitungen musste ungewöhnlicher Baugrund durchquert werden: einmal ein schützenswertes Hochmoor mit zahlreichen Wurzelstöcken nahe der niedersächsischen Stadt Oldenburg, zum anderen eine Fläche über einer Salzlagerstätte in einem engen Tal im Vorland des Hohenzollernberges nahe Hechingen (Baden-Württemberg). Besondere Anforderungen und Auflagen begründeten in beiden Fällen den Einsatz grabenloser Verfahren, teilweise mit Auslegung eines künstlichen Magnetfeldes.

Autoren:Dr. Hans-Joachim Bayer, Günter Naujoks (beide TRACTO-TECHNIK GmbH & Co. KG, Lennestadt), Fabian Gulde (Max Wild GmbH, Berkheim)

 

Neubau und erste Betriebserfahrungen einer Entnickelungsanlage für die Trinkwasserversorgung

Aufgrund der geogenen Belastung von drei Brunnen sah sich ein öffentlicher Versorger veranlasst, nach vorherigen Aufbereitungsversuchen eine Aufbereitungsanlage für die Elimination von Nickel zu installieren. Da die Sanierung des betroffenen Wasserwerkes ohnehin geplant war, konnte die neue Entnickelungsanlage in die vorhandenen Anlagen problemlos integriert werden. Nach über drei Jahren Betriebszeit erfüllt das System hinsichtlich des betrieblichen Aufwands und der Wirtschaftlichkeit die Erwartungen voll und ganz.

Autoren: Peter Walter (Wetzel + Partner Ingenieurgesellschaft mbH, Moers), Peter Magay (SWD Stadtwerke Dillingen/Saar GmbH), Heinrich Beforth (Beratung für Wasseraufbereitung und Wassertechnik, Esssen)

 

Maschineller Tunnelvortrieb für Wasserkraftanlagen

Die Erzeugung von Elektrizität aus Wasserkraft ist ein Wachstumsmarkt. Bei der Herstellung der für Wasserkraftwerke benötigten unterirdischen Infrastruktur hat sich der maschinelle Tunnel- und Schachtvortrieb als schnelle, wirtschaftliche und sichere Lösung bewährt. Die Herrenknecht AG liefert leistungsfähige und innovative Technologielösungen für den Bau von Tunneln und Schächten mit unterschiedlichen Durchmessern und Baugrundbedingungen. Anhand mehrerer Projektreferenzen sollen im nachfolgenden Beitrag die zahlreichen Vorteile des maschinellen Vortriebs bei der weltweiten Erstellung von Großanlagen und Kleinkraftwerken erläutert werden.

Autor: Benjamin Künstle (Herrenknecht AG, Schwanau)

 

Neue Geothermiebohrungen im Steirischen Becken

In den Jahren 2014 bis 2015 wurden im Steirischen Becken nördlich der Stadt Fürstenfeld zwei Bohrungen einer geothermischen Dublette fertiggestellt und getestet. Die Fördertemperaturen von 124 °C sind die derzeit höchsten in Österreich. Die gewonnene Energie wird zur Versorgung eines Glashausprojektes mit einer Fläche von 24 ha in der Endausbaustufe verwendet werden.

Autor: Prof. Dr. Johann Goldbrunner (Geoteam Ges.m.b.H., Wien/Österreich)