bbr 6/2017

 

Fachbeiträge der Ausgabe:

Grabenlose Kabellegung mittels gesteuerter Horizontalbohrtechnik

In zunehmendem Maße werden Erdkabel mittels HDD-Verfahren verlegt, wobei der Anteil der Verlegung unter land- und forstwirtschaftlichen Flächen enorm zunimmt. Ursache dafür sind der Ersatz von Freileitungen im Nieder-, Mittelspannungs- und künftig auch Hochspannungsbereich sowie die Anbindung zahlreicher neuer Windparks. Gesteuerte Horizontalbohrtechnik bietet hier nicht nur eine technisch elegante, sondern oft auch die wirtschaftlichste Lösung.

Autor: Dr. Hans-Joachim Bayer (Tracto-Technik GmbH & Co. KG)

 

Neuartige Kabelverlegung und aktiv gekühlte Stromübertragung für ultraschmale Stromtrassen

Der Fokus der deutschen Energiewende liegt vor allem im beschleunigten Netzausbau. Mit der AGS-Verfahrenstechnik wird ein erprobtes Verfahren zur Verfügung gestellt, das Themen wie schnelle Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit, hohe ökologische Qualität und verfahrenstechnische Reversibilität sowie die Nutzung bereits vorbelasteter Infrastruktur aufgreift. Damit wird u. a. den neuen gesetzlichen und methodischen Anforderungen im hoch regulierten Energiemarkt Rechnung getragen.

Autoren: Dr. Rolf Hamann, Werner Spiegel (AGS-Verfahrenstechnik GmbH)

 

Schritt für Schritt in eine digitale Zukunft: Aktuelle Tendenzen der Breitbandversorgung

Als grundlegender technologischer Trend unserer Zeit eröffnet die Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft eine Vielzahl neuer Chancen und Möglichkeiten. Mit der digitalen Transformation steigt die Menge an Daten, die es zu verarbeiten und transportieren gilt, stark an. Die dafür notwendigen Bandbreiten erfordern einen umfänglichen Ausbau der digitalen Netze. Insbesondere für die gewerbliche Nutzung sind zunehmend Internetzugänge bis in den Gigabit-Bereich relevant.

Autor: Tim Brauckmüller (Breitbandbüro des Bundes)

 

Sinter in Tunneldrainagesystemen

Die Versinterung von Drainageleitungen ist ein chemischer Prozess, der vor allem in Tunnelbauwerken vorkommt. Abgeleitete Wässer bringen gelöste Mineralien in das Entwässerungssystem des Bauwerks ein, die hier ausfallen, kristallisieren und letztlich zum Versagen des Entwässerungssystems führen können. Um dieses Szenario zu umgehen, ist ein enormer Wartungsaufwand erforderlich. Im Rahmen des Vorlaufforschungsprojektes „SinterBasic“ sollen präventive Maßnahmen gegen Versinterung erarbeitet werden, um den Wartungsaufwand deutlich zu reduzieren und unnötige Kosten zu vermeiden.

Autoren: Steve Trautmann, Gabriele Krüger (Institut für angewandte Bauforschung Weimar gGmbH)

 

Europäische Normung für den Brunnenbau nimmt Fahrt auf

Die umfangreichen Vorbereitungen für eine gute Ausgangsposition der deutschen Expertise bei der Normung des Brunnenbaus tragen nun erste Früchte. Die strikte Trennung der Themenkomplexe „oberflächennahe Geothermie“ und „Brunnenbau“ wurde auf der konstituierenden Sitzung des CEN TC 451 „Water wells and borehole heat exchangers“ durchgesetzt. Die tiefe Geothermie ist nicht Teil des Normungsprojektes. Die Arbeiten an der Brunnenbaunormung werden in separaten Working Groups für die oberflächennahe Geothermie (WG 2) und den Brunnenbau (WG 1) erfolgen. Die WG 1 hat bereits zum ersten Mal getagt. Vorgestellt werden die Ergebnisse dieser Sitzung sowie Informationen zur nationalen Spiegelung der Normungsarbeit.

Autor: Aharon Weiß (Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach e. V.)

 

Vom Rückbaukonzept zur Komplettsanierung: Sanierung des Tiefbrunnens P71 in Ludwigshafen am Rhein

Seit 1935 betreibt die Technische Werke Ludwigshafen AG (TWL) auf der städtischen Parkinsel am Rhein ein Wasserwerk mit heute insgesamt neun Tiefbrunnen. Nach Ablauf der Brunnenlebenszeit wurden diese bisher stets durch neue Brunnen ersetzt und die Altbrunnen entsprechend der Vorgaben der zuständigen Behörden zurückgebaut. In einem neuen Ansatz sollte erstmals und beispielhaft der Brunnen P71 komplett saniert werden. Die Sanierungsaufgabe stellte sich aufgrund der großen Teufe von 335 m unter GOK und den durchgeführten Reparaturversuchen als technisch anspruchsvoll und äußerst komplex dar.

Autoren:Daniel Lang, Lutz-Peter Nolte (beide: NORD Bohr und Brunnenbau GmbH),Volker Weiß-Nilson (Technische Werke Ludwigshafen AG), Rainer Pfeifer (Björnsen Beratende Ingenieure GmbH)

 

Depothermie – Geothermale Nutzung von Deponien und Altablagerungen zur Wärmegewinnung und -speicherung

Dem Ausbau der Geothermie, insbesondere der oberflächennahen Geothermie zur Heizung und Kühlung von Wohn- und Industriegebäuden, wird zukünftig eine steigende Bedeutung zukommen, da durch die Energiewende und den beschlossenen Klimaschutzplan 2050 die Umstellung von einer kohlenstoffbasierten auf eine regenerative Energieerzeugung forciert werden wird. Welchen Beitrag kann hierzu eine wünschenswerte Nachnutzung von Brachflächen, Altablagerungen und Deponien leisten?

Autor: Dr. Frank Tidden (BAUER Resources GmbH)