bbr 5/2018

Fachbeiträge der Ausgabe:

CNG-Mobilität: Mit grünen Gasen die Pariser Klimaziele erreichen

Mit seiner Vision „Going Green“ will der Fernleitungsnetzbetreiber ONTRAS Gastransport volkswirtschaftlich ganzheitliche Konzepte entwickeln und einen aktiven Beitrag zu einer 100 % klimaneutralen Gasversorgung bis zum Jahr 2050 leisten. Mit europäischen Partnern arbeitet das Unternehmen an Fragen zur Integration und Speicherung erneuerbarer Energien und setzt sich für eine intelligente Sektorenkopplung einschließlich Gas und Gasinfrastruktur ein. Ein Beispiel: Der Einsatz von CNG im Mobilitätssektor senkt die CO2-, vor allem aber die NOX-, Feinstaub- und Lärmemissionen drastisch. Gestützt auf zahlreiche Studien und laufende Projekte werden sinnvolle, integrative Wege in Richtung einer CO2-neutralen Energieversorgung vorgestellt.

Autoren: Dr. Ralf Borschinsky, Markus Wild (ONTRAS Gastransport GmbH)


Höchstspannungskabel für die Energiewende: Umsetzung der ersten Teilverkabelung

Für die Umsetzung der energiepolitischen Ziele in Deutschland ist der Ausbau des Übertragungsnetzes erforderlich: Die elektrische Leistung der Windenergieeinspeisungen muss in die entfernten Verbrauchsschwerpunkte transportiert werden. Der hierfür erforderliche Leitungsausbau wird über das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) und das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) festgelegt. Üblicherweise kommen im Übertragungsnetz Freileitungen zur Anwendung. Der Gesetzgeber hat im EnLAG und BBPlG jedoch bestimmte Pilotprojekte im Leitungsbau ausgewiesen, auf denen die Übertragungsnetzbetreiber auf Teilabschnitten Erfahrungen mit Erdkabeln in der Höchstspannung in Drehstromtechnik sammeln sollen. Für die Gleichstromtechnik gilt der Kabelvorrang. In Drehstromtechnik hat die Amprion GmbH die ersten beiden Teilverkabelungen nach dem EnLAG im westfälischen Raesfeld und Borken erfolgreich umgesetzt.

Autor: Dr. Christoph Gehlen (Amprion GmbH)


Wie erreicht man Qualität im leitungsgebundenen Tiefbau?

Angesichts der aktuell überhitzten Marktlage durch den bundesweit geförderten Ausbau im Breitbandnetz ist deutlich zu erkennen, dass auf vielen Baustellen an zahlreichen Stellen die gewohnte Ausführungsqualität auf der Strecke bleibt. Das Auftragsvolumen kann von den erfahrenen, qualifizierten Tiefbaufirmen nicht mehr bewältigt werden. Verstärkt drängen Ausführungsfirmen in den Markt, deren Arbeitsweise ausschließlich auf Masse und Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. Eine nachhaltige Qualität rückt immer mehr in den Hintergrund. Die logische Schlussfolgerung ist der steigende Unterhaltungsaufwand der öffentlichen Verkehrswege und der Bewirtschaftung der Energieversorgungsnetze. Doch woran ist eine qualitätsbewusste Tiefbaufirma auf den ersten oder auch zweiten Blick zu erkennen?

Autor: Hans-Dieter Schulte (Westnetz GmbH)


Wo gehört was hin? Neufassung der DIN-Norm 1998

Der neue Normentwurf der DIN 1998 definiert die Lage von Versorgungsleitungen bei der Neuplanung, sowohl horizontal als auch vertikal. Eine ungeordnete Leitungslegung kann sowohl beim Bau als auch bei der späteren Unterhaltung und Reparatur zu großen finanziellen Aufwendungen führen. Der Anwendungsbereich der neuen Norm wurde auf öffentliche Verkehrsflächen auch außerorts erweitert. Neben leitungsfreien Zonen direkt an der Grundstücksgrenze, an die sich künftig die sogenannte TK-Zone anschließt, wurde auch der Freiraum für das Aufstellen von Schränken und Leuchten definiert. Überbauungen von Leitungen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Festgelegt sind neben Mindestüberdeckungen aus der ATB-BeStra auch die Lage der Leitungen überörtlicher Versorgung (z. B. Kanal), die definitiv in die Straße zu legen sind.

Autor: Dieter Schaffaff ( Gutachter im Auftrag der Gütegemeinschaft Leitungstiefbau e. V.)


Die Verwertung gebrauchter Bohrspülung

Die Bohrbranche steht vor einem Entsorgungsproblem, da die bei Bohrungen anfallenden Abfallspülungen faktisch nicht mehr auf landwirtschaftlichen Flächen verwertet werden dürfen. Insbesondere die Horizontalbohrtechnik ist betroffen, da hier der Verbrauch an Bohrspülung deutlich höher ist als in der Vertikalbohrtechnik. Aus Sicht des Gesetzgebers ist es jedoch ohne Belang, ob die Abfälle aus Vertikaloder Horizontalbohrungen stammen. Abfall ist Abfall und bleibt dies so lange, bis er dem Wirtschaftskreislauf wieder zur Verfügung gestellt oder ordnungsgemäß und schadlos beseitigt wird. Aufgezeigt werden praxiserprobte Lösungswege.

Autor: Andreas Hagedorn (Beermann Umwelttechnik)


Beanspruchung von Brunnenfassungsrohren – Festigkeitsfragen, Dichtigkeit und Einsatzgrenzen

Das statische Versagen einer Brunnenausbauverrohrung zieht in der Regel schwerwiegende Folgen nach sich. Die vorherige Einschätzung der exakten Belastungsverhältnisse gestaltet sich jedoch äußerst schwierig. Werte zu maximaler Außendruck- bzw. Zugfestigkeit der Brunnenrohre werden selbstverständlich eingefordert, aber oft unzureichend diskutiert, Schadensfälle häufig verschwiegen. Der Beitrag soll hier zur Aufklärung verhelfen und Hinweise auf die immer noch einfachste Art der Prävention geben, nämlich aus Fehlern zu lernen.

Autor: Sebastian Quante (JOHANN STOCKMANN Brunnenfilterbau)


Was Klassifikationen von Brunnenwässern über deren Elementzusammensetzung aussagen

Klassifikationen fassen Individuen mit gemeinsamen Merkmalen zusammen. Im Fall von Wässern sind das insbesondere Merkmale der stratigraphischen und hydrogeologischen Herkunft sowie der hydrogeochemischen Typisierung. Im Beitrag wird die Frage untersucht, welche Informationen über Elementgehalte in Brunnenwässern aus der stratigraphischen Zuordnung gewonnen werden können. Experimentelle Grundlage der Arbeit war eine vom Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Julius Kühn-Instituts in Braunschweig gepflegte Datenbank mit Elementgehalten in Brunnenwässern von 637 Standorten in Deutschland.

Autoren: Prof. Dr. Ewald Schnug (Technische Universität Braunschweig), Prof. Dr. Silvia Haneklaus (Julius Kühn-Institut), Dr. Friedhart Knolle (Netzwerk UNESCO Global Geopark Harz), Ullrich Hundhausen (Geotechnik Hundhausen GmbH & Co. KG), Frank Jacobs (Geowissenschaftliche Beratungen Nordharz), Dr. Manfred Birke (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe / Außenstelle Berlin)

Thermohydraulische Modellierung – Einbindung von Niedertemperaturwärmequellen in bestehende Wärmenetze

Mithilfe von thermisch-hydraulischer Modellierung eines vereinfachten Teilbereichs des Münchner Verbundnetzes werden die Auswirkungen der Integration von geothermischer Wärme in bestehende, konventionell befeuerte Wärmenetze untersucht. Dabei liegt der Fokus auf der Temperatur-, Druck- und Massenstromverteilung im Netz. Untersucht wird die Einhaltung aller hydraulischen Grenzen sowie die potenzielle Schädigung der Rohrleitungen durch wechselnde Temperaturbeanspruchung.

Autoren: Barbara Gumpert, Dr. Christoph Wieland, Prof. Dr. Hartmut Spliethoff (TU München), Dr. Christian Pletl (Stadtwerke München GmbH)