bbr 7-8/2018

Fachbeiträge der Ausgabe:

Bauaktivitäten am Herringer Bach und Hoppeibach in Hamm

Als letzter offener Abwasserlauf im östlichen Einzugsgebiet des Lippeverbandes wird der Hoppeibach in Hamm bis zum Jahr 2020 entflochten. Dazu gehört nicht nur der Bau von geschlossenen Abwasserkanälen, die im sogenannten halboffenen Verfahren verlegt werden, und von Regenwasserbehandlungsanlagen, sondern auch der Hochwasserschutz und die ökologische Verbesserung des Hoppeibachs. Eine Besonderheit des Projekts ist, dass der Lippeverband teilweise die Fließrichtung des Gewässers umkehrt, um in dem stark von Bergsenkungen geprägten Hammer Westen künftig den Aufwand für Pumpwerke zu minimieren.

Autor: Gregor Santehanser (Emschergenossenschaft/Lippeverband)

 

Schlauchlining – bewährt, aber nicht trivial!

In den letzten Jahren haben sich Schlauchliner im Bereich der Kanalrenovierung bewährt, bei zunehmend gestiegener Anwendungsqualität. Dennoch geben spezifische Sachverhalte und neue Aufgabenstellungen Anlass, die Einsatzbereiche und Güte möglicher Ausführungsqualität zu diskutieren – etwa hinsichtlich möglicher Faltenbildung bzw. erhöhter Ringspaltbildung, des Dehnverhaltens oder auch der Nutzungsdauer unter Grundwasserdruck.

Autor: Markus Vogel (VOGEL Ingenieure)

 

Reinigung und Desinfektion von Trinkwasserversorgungsanlagen

Reinigung – Desinfektion – Trinkwasserversorgungsanlagen: Manche denken bei diesen Begriffen an die Inbetriebnahme von Rohrleitungen oder von Trinkwasserspeichern, andere an das Entfernen einer Kontamination aus bestehenden Anlagen und wieder andere an die Instandhaltung von Rohrnetzen und Behältern. Die Anlässe für diese Maßnahmen sind unterschiedlich und damit auch die dahinterstehenden Aufgaben und Ziele. Der Beitrag möchte vor diesem Hintergrund die verschiedenen Aspekte der Reinigung und der Desinfektion näher beleuchten.

Autor: Dr. Norbert Klein (Hammann GmbH)

 

Die Trinkwasserverordnung 2018 – Was müssen Sie dazu wissen?

Nach der Umsetzung der Überwachungspflichten zur Radioaktivität im Trinkwasser im Jahr 2016 ist zu Beginn des Jahres 2018 mit der 4. Änderungsverordnung nun der Einstieg in Risikomanagement-Konzepte erreicht worden. Neben weiteren Umsetzungspflichten durch Vorgaben der EU sind erhebliche nationale Änderungen vorgenommen worden, die den Verbraucherschutz und die Unbedenklichkeit des Trinkwasserkonsums noch weiter stärken sollen. Die wesentlichen Änderungen betreffen die Einführung einer sogenannten „risikobasierten Anpassung des Probenahmeplans (RAP)“ sowie Änderungen bei Verfahrenskenndaten für Analysenmethoden. Es werden auch eine Reihe weiterer Anpassungen und Präzisierungen vorgenommen, die von Belang sind. Doch welche Änderungen der Verordnung werden spürbare Auswirkungen haben?

Autor: Dr. Ulrich Borchers (IWW Zentrum Wasser)

 

Wassermanagement 5.0

Alle sprechen von Industrie 4.0 oder dem Internet of Things (IoT). Modernes und weitsichtiges Wassermanagement bedeutet nicht mehr nur, Wasser effizient durch Rohre zu pumpen. Vielmehr gilt es, die Wertschöpfungskette von der Trinkwasseraufbereitung, -speicherung und -verwertung bis hin zur -verteilung ressourcenökonomisch sowie systemübergreifend zu integrieren, zu überwachen und zu optimieren. Mit dem Einsatz der richtigen Produkte und Technologien ist bereits heute ein Integriertes Wassermanagement (IWM) realisierbar und wird Zielstellung für eine nachhaltig ausgerichtete Wasserwirtschaft.

Autor: Dr. Uwe Seebacher (ANDRITZ AG)

 

Stand der technologischen Entwicklung in der Wasserentsalzung

Seit tausenden von Jahren nutzt die Menschheit Wege zur Entsalzung von Trinkwasser. Heute eröffnen hierfür neue Technologien vielfältige Möglichkeiten. Die bislang am häufigsten genutzten Verfahren sind das Multi-Stage-Flash-Verfahren sowie die Umkehrosmose. Allein in Deutschland laufen bereits erfolgreich 50 kommunale Entsalzungsanlagen. Geboten wird eine Übersicht über die Einsatzmöglichkeiten und -grenzen moderner Entsalzungstechnik.

Autor: Claus R. Mertes (Deutsche MeerwasserEntsalzung GmbH)

 

Brunnenbaumaßnahme im Rahmen einer Schutzzonenanpassung

Bei der Ausweisung von Trinkwasserschutzzonen belgischer Wassergewinnungen werden punktuell bekannte Risikopotenziale im Einzugsgebiet mitunter auch im Fall des Bestandschutzes ausgeräumt. Hierfür erforderliche Finanzmittel werden über die SPGE (Société Publique de la Gestion de l’Eau) getragen, einer im Jahr 1999 von der Wallonischen Regierung ins Leben gerufenen Aktiengesellschaft. Gegebenenfalls sind Anpassungen vorhandener Risikopotenziale an die Schutzzonenverordnungen kostspieliger als der Neubau eines Versorgungsbrunnens – als sogenannte Kompensationsmaßnahme in einem weniger kritischen Einzugsgebiet. Eine solche Maßnahme wurde im belgischen Kelmis, einer Gemeinde mit kommunaler Eigenwasserversorgung nahe der deutschen Grenze zu Aachen, mit dem Bau eines neuen, 128 m tiefen Karstwasserbrunnens umgesetzt.

Autor: Dr. Guido Wimmer (Bieske und Partner GmbH)

 

Entwicklung und Stand von Normen und Richtlinien für oberflächennahe Geothermie im In- und Ausland

Normen und Richtlinien definieren den erreichten technischen Stand von Produkten oder Prozessen und legen Anforderungen an Material, Planung, Ausführung usw. fest. Damit können entsprechend normgerechte Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt angeboten werden, im besten Fall auch international, wenn Normen supranational gegeben werden oder auch nur aufgrund der hervorragenden Reputation in anderen Ländern akzeptiert werden (wie es z. B. bei DIN und VDI häufig der Fall ist). Normen und Richtlinien dienen auch dazu, verschiedene Gewerke auf gemeinsamer technischer Basis zusammenarbeiten zu lassen, und geben letztlich den Endkunden die Sicherheit, ein funktionsfähiges und dem aktuellen Stand der Technik entsprechendes Produkt zu erwerben.

Autor: Dr. Burkhard Sanner VDI