bbr 2/2021

 

Fachbeiträge der bbr-Ausgabe 2/2021:

 

Perspektive der Fernwärme: Potenziale und Förderbedarf Ende 2020 hat der AGFW

Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. stellt seine neue Studie „Perspektive der Fernwärme“ vor. Die von Hamburg Institut und Prognos AG erarbeitete Untersuchung beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen, die für den kontinuierlichen Ausbau der urbanen Fernwärme und deren „Vergrünung“ in Deutschland notwendig sind. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass der Anteil der Fernwärme in städtischen Gebieten durch den Ausbau und die Verdichtung der Wärmenetze langfristig auf etwa 30 % des Wärmebedarfs der Gebäude gesteigert werden kann. Stimmten die Förderkonditionen, könne zudem die Zielmarke von 45 % erneuerbarer Wärme bis 2030 erreicht werden.

Autor: John A. Miller (AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V.)

 

Zu warm für Wurzeln? Interaktion von Fernwärmeleitungen und Stadtbäumen

Mit dem Ziel einer effizienten und nachhaltigen städtischen Wärmeversorgung und der steigenden Bedeutung von Vegetation zur Verbesserung des Stadtklimas und der Lebensqualität stellt sich die Frage, ob sich Fernwärmeleitungen und Baumwurzeln gegenseitig beeinflussen. Dies haben das IKT und der Fernwärmeverband AGFW gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum wissenschaftlich untersucht.

Autoren: Mirko Salomon, Henning Winter (IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH), Sebastian Grimm (AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V.), Prof. Dr. Thomas Stützel (Ruhr-Universität Bochum)

 

Erleichterte Sanierung von Fernwärmeleitungen durch neue Linertechnologie

Fernwärme stellt eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien für das Erreichen der deutschen Klimaziele dar. Umso wichtiger ist es, die Netze technisch auf dem neuesten Stand zu halten. In einem Forschungsvorhaben des Energieeffizienzverbandes AGFW und weiterer Partner aus Wissenschaft und Industrie wird derzeit untersucht, wie mithilfe der Linertechnologie Leitungsabschnitte schonend modernisiert werden können.

Autor: Sebastian Grimm (AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V.)

 

Fernwärmeforschung an der HafenCity Universität – vom Hamburger Wärmekataster bis zum innovativen Leitungsbau

Als Universität neuen Typs hat die HafenCity Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung (HCU) in Hamburg eine stark interdisziplinäre Ausrichtung, die sich sowohl in der Lehre als auch in der Forschung wiederfindet. Energie-Infrastrukturen werden hier insbesondere im Bereich Bauingenieurwesen und Stadtplanung intensiv behandelt. Zudem verfolgt die Universität neuartige Lehrformate und Forschungsansätze. Eine besondere Bedeutung haben die Themen der Wärmeverteilung inklusive innovativem Leitungsbau, die in verschiedenen Forschungsaktivitäten adressiert werden.

Autoren: Prof. Dr. Ingo Weidlich, Prof. Irene Peters, Ph.D., Ivan Dochev, Pakdad Pourbozorgi Langroudi, Lucia Doyle (HafenCity Universität Hamburg)

 

Das Zusammenspiel von Versorgungssicherheit und Rehabilitationsplanung in der Fernwärme

Die zuverlässige Versorgung von Kunden mit Wärme und Warmwasser erfordert einen guten Zustand der Fernwärmesysteme. Neben dem weiteren Ausbau steht zunehmend auch die Erneuerung bestehender Anlagen und Netze im Fokus. Zur Unterstützung dieser (Planungs-)Prozesse sind in den letzten Jahren zwei AGFW-Merkblätter entstanden. Das Merkblatt FW 113 „Versorgungsqualität in der Fernwärme“ liegt seit Juli 2017 vor. Das Merkblatt FW 114 „Instandhaltungsstrategien und Rehabilitationsplanung – Mindestanforderungen“ wurde Ende 2013 veröffentlicht. Der Beitrag zeigt exemplarisch das Zusammenwirken beider Regelwerke.

Autoren: Ingo Kropp (3S Consult GmbH)

 

Kabelleitungstiefbau am Beispiel der Leerrohrtrasse Putlitz

Bei Erdverkabelungen im Kabelschutzrohr wirkt der verbleibende Hohlraum wie eine Dämmung, die durch eine thermisch optimierte Bodenbettung ausgeglichen werden muss. Eine pragmatische Alternative zu den finanziell, ökologisch und bautechnisch aufwendigen Spezialprodukten ist das Mischen von geeigneten Bodenkomponenten vor Ort. Die Herausforderung für die Baufirma besteht darin, die vorhandenen Böden im Bereich der Linienbaustelle zu bewerten, eine geeignete Maschinentechnik auszuwählen und den Materialfluss auf der Baustelle ohne terminliche Verzögerungen sicherzustellen. Die Vorgehensweise wird am Beispiel des Leerrohrbauwerks für die 110-kV-Erdverkabelung „HT1350 – UW Putlitz Süd – UW Falkenhagener Damm“ der E.Dis Netz GmbH beschrieben.

Autoren: Alexandra Czeschlick, Philipp Oliv (Bohlen & Doyen Bau GmbH)

 

Brunnensanierung Stadtallendorf: Wasser am Ende des Regenbogens

In die Jahre gekommene Brunnen wurden im hessischen Stadtallendorf zu hochwertigen Trinkwassergewinnungsanlagen ertüchtigt. Hierzu waren die Bestandsbrunnen großkalibrig zu überbohren und rückzubauen. Neuerrichtete, hochergiebige Ersatzbrunnen stellen nun die Wasserversorgung langfristig sicher. Über die einzelnen Arbeitsschritte und deren Umsetzung gibt dieser Beitrag Auskunft.

Autoren: Alexander Lemmertz (H. Anger’s Söhne Bohr- und Brunnenbauges. mbH),  Marcus Schäfer (Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke)

 

Geothermische Wärme für die Ballungsräume – Teil 2

Bei der Durchführung von Tiefengeothermie- Projekten haben sich über Jahre betriebliche Praktiken entwickelt, technisch und wirtschaftlich erfolgreiche, hydrothermale Wärmeprojekte unter Beachtung aller sicherheits- und umweltrelevanten Aspekte durchzuführen. Zusammengefasst stellen sie ein Management-System mit mehreren Ebenen und Phasen dar. Nach Behandlung von Exploration und Entwicklungsalternativen im ersten Beitrag werden in Teil 2 Projektplanung, Projektausführung, Betrieb und Rückbau beschrieben.

Autoren: Prof. Dr. Kurt M. Reinicke (Technische Universität Clausthal), Prof. Dr. Peter Reichetseder (Technische Universität Clausthal)

 

Die Schnellentcarbonisierung zur zentralen Enthärtung von Trinkwasser – ein Praxisvergleich

Seit Beginn der 1990er-Jahre hat die Schnellentcarbonisierung in der Trinkwasseraufbereitung große Verbreitung gefunden und wird heute an zahlreichen Standorten in ganz Deutschland zuverlässig betrieben. Um Optimierungsmöglichkeiten für das Verfahren zu identifizieren, hat das IWW Zentrum Wasser im Rahmen einer Untersuchung insgesamt acht Schnellentcarbonisierungsanlagen miteinander verglichen und den Reaktorbetrieb näher begutachtet. Der Beitrag erläutert die grundsätzliche Funktionsweise der Schnellentcarbonisierung, beleuchtet ihren Einsatz im Rahmen der Trinkwasseraufbereitung und stellt die Ergebnisse des Vorhabens vor.

Autoren: Stefan Hahn, Dr. Dieter Stetter, Prof. Dr. Stefan Panglisch (IWW Zentrum Wasser)