bbr 1-2022

 

Fachbeiträge der bbr-Ausgabe 1-2022:

 

Neue Prüfgrundlage für Rohrleitungen in offener Bauweise

Das DVGW-Arbeitsblatt GW 301 „Unternehmen zur Errichtung, Instandsetzung und Einbindung von Rohrleitungen – Anforderungen und Prüfungen“ des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) dient zusammen mit der Geschäftsordnung einer Zertifizierungsstelle als Prüfgrundlage für die Konformitätsbewertung von Fachunternehmen. Die nun vorliegende aktuelle Fassung des Arbeitsblatts vom Januar 2021 ist der achte Nachfolger der Urfassung von 1934. In der letzten Überarbeitung wurden die gestiegenen Bedürfnisse und Qualitätsansprüche des Leitungsbaus sowie europäisches Recht und europäische Normen berücksichtigt, um das Arbeitsblatt weiterhin marktkonform einsetzen zu können.

Autor: Lukas Romanowski (Rohrleitungsbauverband e. V.)


Materialanomalie bei in Betrieb befindlichen Gasrohren aus Polyethylen

Im Rahmen des DVGW-Forschungsvorhabens G 201510 [1] wurden Untersuchungen zu Ursachen der Materialanomalie, zum betrieblichen Umgang mit betroffenen Rohrleitungen und zum Langzeitverhalten der Rohre durchgeführt. Eine Einschränkung der Nutzungsdauer hat sich im Rahmen der Untersuchungen zwar nicht gezeigt, gleichwohl sind spezifische Handlungsempfehlungen im weiteren Betrieb zu beachten. Der Fachbeitrag gibt einen Überblick über die Ergebnisse der Untersuchung und fasst die Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Anomalie-betroffenen Rohrleitungsabschnitten zusammen.

Autoren: Dr. Mirko Wenzel, Dr. Kurt Engelsing (SKZ – KFE gGmbH), Hans-Dieter Plum, Prof. Dr. Rainer Dahlmann (Institut für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen), Werner Weßing (Freier Mitarbeiter, Office for Green Gas), Dirk Grahl (Westnetz GmbH), Klaus Büschel (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.)


Kanalbau in offener Bauweise –Verdichtungsprüfungen, Teil 1: Kontrolle der Erdarbeiten im Zuge der Eigenüberwachung

In der Gütesicherung RAL-GZ 961 sind Mindestanforderungen zu Fachkunde, technischer Leistungsfähigkeit und technischer Zuverlässigkeit definiert. Im Einzelnen betrifft dies Anforderungen an Erfahrung und Zuverlässigkeit des Unternehmens bzw. Personals, an die Qualifikation des Personals und dessen regelmäßige Schulung, an Betriebseinrichtungen und Geräte, an Nachunternehmer und die Dokumentation der Eigenüberwachung. Als ein Element der Qualitätssicherung während der Baumaßnahme haben sich Unternehmen mit RAL-Gütezeichen Kanalbau dementsprechend verpflichtet, eine Eigenüberwachung auf Grundlage vorhandener Muster zu führen. Im Rahmen dieser Eigenüberwachung kontrolliert ein Mitarbeiter je nach Baufortschritt u. a. Angaben zur Ausführungsplanung, statische Nachweise der Bauteile, Bauwerke und Baubehelfe, Angaben zur Sicherstellung von Lastannahmen sowie Dichtheits- und Verdichtungsnachweise.

Autor: Hans-Willi Bienentreu (Bienentreu-Ingenieurberatung)


Bohrtechnische Instandhaltung im Wandel der Zeit

Für ein erfolgreiches Abteufen einer Bohrung wird in der Regel entsprechendes, auf das Bohrverfahren und die anstehende Geologie abgestimmtes Equipment benötigt – denn jede Bohrung ist ein Unikat mit seinen Eigenheiten. Die Bohrmannschaften von H. Anger’s Söhne sind als Team europaweit für verschiedenste Aufgabenstellungen im Einsatz. Und damit diese Arbeit von Erfolg gekrönt wird, braucht es die entsprechende Erfahrung und natürlich das passende Equipment am richtigen Ort zur richtigen Zeit.

Autoren: Matthias Neumann, Mirko Huber (H. Anger‘s Söhne Bohr- und Brunnenbauges. mbH)


Durchfluss-, Druck- und Druckabfallprüfung für Erdwärmesonden

Entsprechend den Vorgaben aus der VDI-Richtlinie 4640, „Thermische Nutzung des Untergrunds Blatt 2, in der Fassung vom September 2001, Kapitel 5.2.2 „Herstellung und Prüfung von Erdwärmesonden“, ist die fertiggestellte Erdwärmesonde einschließlich ihrer Verbindungen einer Druckprüfung nach dem in der DIN 4279-7 beschriebenen Kontraktionsverfahren für PE-Werkstoffe und einer Durchflussprüfung zu unterziehen. In der „alten“ VDI-Richtlinie aus dem Jahr 2001 erfolgten dazu konkrete Angaben zum Prüfdruck und zur Funktionsendprüfung, die einen tolerierten Druckabfall mit 0,2 bar ausweisen. Da die DIN 4279-7 zwischenzeitlich zurückgezogen und durch die DIN EN 805 ersetzt wurde, findet sich im aktuellen Arbeitsblatt VDI 4640, Blatt 2, Stand 2019, im Kapitel 7.3.9 „Druck- und Durchflussprüfung“ lediglich Hinweise auf die DIN EN 805 und darauf, dass der Zeitpunkt der Druckprüfung nach der Ringraumverfüllung und vor dem Abbinden des Verfüllbaustoffes erfolgen muss. Was ist aus Sicht der Autoren bei der Durchführung einer Druck- bzw. Druckabfallprüfung für Erdwärmesonden zu beachten, wie sehen Vorgehensweise und Ablauf aus? Dieser Beitrag liefert Antworten und ist ein Kapitelauszug aus dem neuen Fachbuch „Arbeitshilfen Geothermie“, welches im Januar 2022 erscheinen wird.

Autoren: Dr. Nikolaos Tougiannidis (Sadurski Erdbohrungen GmbH & Co. KG), Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn (tewag - Technologie - Erdwärmeanlagen - Umweltschutz GmbH), Michael Tholen