bbr 6-2022

 

Fachbeiträge der bbr-Ausgabe 6-2022:

 

Digitale Prozesse für eine sichere Infrastruktur: Anwendungsbericht zur Nutzung des BIL-Anfrageportals zur Leitungsbeauskunftung

Die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH ist zuständig für die reibungslose Durchleitung von Strom, Gas, Wasser und Fernwärme für ihre KundInnen. Sie bedient das komplette Leistungsspektrum von Grundsatzplanung, Ausführungsplanung, Bau und technischem Betrieb von Strom-, Gas-, Wasser-, Fernwärme- und Beleuchtungsnetzen im Versorgungsgebiet. Die Versorgung der Bevölkerung mit den leitungsgebundenen Produkten Strom, Gas, Trinkwasser und Fernwärme in höchster Qualität, in ausreichender Menge sowie in der erforderlichen Frequenz bzw. mit dem erforderlichen Druck ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie. Weitere wichtige Grundlagen sind dabei die Umweltgesetzgebung, die Arbeitssicherheit, das Qualitätsmanagement, das Energiemanagement sowie das technische Sicherheitsmanagement.

Autoren: Peter Aymanns, Fred Runge (Netzgesellschaft Düsseldorf mbH), Jens Focke (BIL eG)

 

Rohrvortrieb – Empfehlungen (Teil 3): „Trassierung von Vortrieben“

Bei der Planung der Linienführung von Vortriebsmaßnahmen ist neben dem Rohrvortrieb in gerader auch der Vortrieb in gekrümmter Trasse mit mehreren oder auch sehr engen Kurven üblich. Um die erforderliche Ausführungsqualität sicherstellen zu können, sind dabei sowohl material- als auch verfahrensspezifische Anforderungen aus den einschlägigen Regelwerken zu berücksichtigen.

Autoren: Andreas Hüttemann (Rohrleitungsbauverband e. V.), Dieter Hesselmann (Bundesfachabteilung Leitungsbau im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V.)

 

Horizontales Spülbohrverfahren mit duktilen Gussrohren in einem Naturschutzgebiet

„Das einzig Beständige ist die Veränderung, man muss nur darauf reagieren können.“ Dieser Satz in Anlehnung an den griechischen Philosophen Heraklit war Begleiter der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH für den Neubau einer Trinkwasserleitung DN 500 mit duktilen Gussrohren zwischen dem östlichen Rand der Stadt Merseburg und dem Wasserwerk Werder. Auf einer Luftlinie von 1,3 km musste infolge der Schädigungen an der Infrastruktur durch das Hochwasser 2013 die Hauptversorgungsleitung für die Kreisstadt Merseburg, deren Ortsteile und der ortsansässigen Industriebetriebe erneuert werden. Im Sommer fließen durch diese Hauptversorgungsleitung ca. 500 m³ Wasser pro Stunde. Die Baumaßnahme wurde durch das Land Sachsen-Anhalt und die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Ausbauhilfe Hochwasser 2013 gefördert.

Autoren: Thorsten Mahler (MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbh), Timo Mücke (Beermann Bohrtechnik GmbH), Jens Jünger (FICHTNER Water & Transportation GmbH), Steffen Ertelt (vonRoll hydro (deutschland) gmbh & co kg)

 

Spülbohrungen im Fokus des Erdkabelbaus

Wechselstromleitungen werden auf Höchstspannungsebene als Freileitung realisiert, es sei denn, sie sind per Gesetz als Pilotprojekte für Teilerdverkabelungen definiert. Die 380-kV-Leitung Wahle-Mecklar des Übertragungsnetzbetreibers TenneT ist ein solches Pilotprojekt. Die neue Höchstspannungsleitung mit einem Investitionsvolumen von ca. 1,3 Mrd. Euro verbindet die Netzknotenpunkte Wahle nahe Peine in Niedersachsen und Mecklar nahe Bad Hersfeld in Hessen. Sie soll die Übertragungskapazität für Windenergie erhöhen und die Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Südniedersachsen und Nordhessen gewährleisten.

Autor: Andreas Jaeger (TenneT TSO GmbH)

 

Netzausbau für die Energiewende: Grabenlose Technologien für die Schutzrohrverlegung

Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland hin zu erneuerbaren Energiequellen erfordert einen enormen Ausbau der Stromübertragungskapazitäten. Die Abkehr von der dezentralen Stromerzeugung der vergangenen Jahrzehnte hin zur Bündelung großer Erzeugungskapazitäten in Nord- und Ostsee wird durch den Bau von Offshore-Windparks vorangetrieben und durch den laufenden Atomausstieg sowie die internationale Versorgungssituation mit fossilen Energieträgern zusätzlich unterstützt und notwendig. Parallel dazu müssen auch die Stromübertragungsnetze ausgebaut werden, um u. a. die offshore erzeugten Kapazitäten sicher zum Verbraucher zu transportieren und gleichzeitig die Stromnetze stabil zu halten.

Autor: Dr. Marc Peters (Herrenknecht AG)

 

Anlandung durch HDD beim Offshore-Windpark Dogger Bank

Die Dogger Bank ist ein seichtes Gewässer im Bereich der zentralen Nordsee und eignet sich somit sehr gut zum Aufstellen von Offshore-Windparks. Mehrere Projekte befinden sich dort aktuell in verschiedenen Planungs- und Bauphasen. Zwei dieser geplanten Projekte – und die ersten mit denen begonnen wurde – sind die Dogger Bank Offshore Wind-Farms A + B. Diese Projekte wurden ausgearbeitet durch eine ARGE (Anteile 40:40:20) zwischen den Unternehmen Equinor, SSE Renewables und Eni. Durch den Bau der Offshore-Windparks werden auch vier HVDC-Kabel benötigt, um die Offshore- und Onshore-Konverterstationen miteinander zu verbinden. Die Kabel wurden in Großbritannien zwischen Humber-Mündung und der Küstenstadt Bridlington angelandet.

Autor: Thomas Winkler (LMR Drilling GmbH)

 

Strategie für mehr Qualität und Effizienz im Glasfaserausbau

Ein schnelles Internet ist Grundvoraussetzung für eine moderne Gigabit-Gesellschaft und einen konkurrenzfähigen Wirtschaftsstandort Deutschland. Der zügige Netzausbau darf jedoch nicht zulasten von Qualität erfolgen. In einem aktuellen Positionspapier „Strategie für mehr Qualität und Effizienz im Glasfaserausbau“ hat der Rohrleitungsbauverband e. V. (rbv) gemeinsam mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB) sowie dem Deutschen Städte- und Gemeindebund e. V. (DStGB) wichtige Grundlagen eines qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Breitbandausbaus zusammengestellt.

Autor: Dieter Hesselmann (Hauptgeschäftsführer Rohrleitungsbauverband e. V.)

 

Klarpumpversuche bei kleineren Brunnenanlagen

„Klarpumpversuch“ – diesen Begriff dürfte es auf Grundlage des DVGW-Regelwerkes eigentlich gar nicht geben. Die Ausführungen im aktuellen Regelwerk beziehen sich aber auf größere Wassergewinnungsbrunnen für die Trink- und Brauchwassergewinnung. Das wird schon am Umfang der vorgestellten Maßnahmen, vor allem bei der Bemessung, der Filterkiesbestimmung und den Brunnenentwicklungsmaßnahmen, deutlich. Das geht auch aus den Ausführungen der aktuellen VOB (ATV DIN 18301 und ATV DIN 18327) hervor, die klaren Forderungen an die entsprechenden Leistungspositionen formulieren. Warum an dieser Stelle nun von den Regeln abgewichen wird, obwohl der Autor insbesondere am DVGW Arbeitsblatt W 119 „Entwickeln von Brunnen“ beteiligt ist, erklären diese Ausführungen.

Autor: Michael Tholen

 

Neues Interpretationsprogramm für Thermal-Response-Tests mit überraschenden Ergebnissen

Thermal-Response-Tests (TRT) dienen der In-situ-Ermittlung von effektiver Wärmeleitfähigkeit und thermischem Bohrlochwiderstand in Erdwärmesonden (EWS). Die schwerwiegenden Vereinfachungen der üblichen Auswertemethodik gegenüber einer realen Erdwärmesonde können zu falschen Ergebnissen fuhren. Die neue Software ModTRT löst das Problem durch Minimierung der Temperaturabweichungen von den Messwerten und zeigt gleichzeitig den Abweichungsfehler als Maß für die Verlässlichkeit der Ergebnisse an. An Beispielen wird das Problem der Eindeutigkeit der ermittelten Kennwerte untersucht und die zum Teil erheblichen Unterschiede zu den üblichen, mathematisch-analytischen Ergebnissen aufgezeigt.

Autoren: Prof. Dr. Frieder Hafner (TU Bergakademie Freiberg), Mohammad Akol (geoENERGIE Konzept GmbH), Prof. Dr. Traugott Scheytt (TU Bergakademie Freiberg), Linda Meusel (Transflow GmbH), Dr. Sven Rumohr (Hessisches Landesamt fur Naturschutz, Umwelt und Geologie), Dr. Torsten Abraham (G.E.O.S. GmbH)