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GeoTHERM 2020 in Offenburg: Europas größte Geothermie-Fachmesse mit Kongress (verschoben)

Aktualisierung: GeoTHERM 2020 verschoben wegen COVID-19. Weitere Informationen am Ende des Textes.

Die vierzehnte GeoTHERM bietet am 5. und 6. März 2020 als Europas größte Geothermie-Fachmesse mit Kongress Raum für intensiven Austausch und aktuelle Diskussionen. Dabei kombiniert die Veranstaltung wieder die Oberflächennahe sowie die Tiefe Geothermie. Bereits bei der vergangenen Veranstaltung wurden 200 Aussteller sowie über 3.600 Besucher aus 48 Nationen registriert. Das nationale und internationale Netzwerk der Geothermie entfaltet damit am Messestandort Offenburg einmal jährlich einen umfassenden Spiegel der Branche.

Kongress

In rund 40 Fachvorträgen werden aktuelle Themen und Fragestellungen diskutiert. Im Bereich der Oberflächennahen Geothermie werden am ersten Kongresstag beispielsweise Torsten Seidel und Timo König von der delta h Ingenieurgesellschaft die Machbarkeitsanalyse zu einer Pilotanlage zur Wärmespeicherung innerhalb eines ehemaligen Steinkohlebergwerkes (auf dem Opelstandort Werk I in Bochum-Laer) darstellen, welche zukünftig einen Beitrag zur Wärmeversorgung für den neu zu entwickelnden Gewerbestandort (Bochum Perspektive 2022) und das Fernwärmenetz Bochum-Süd leisten soll. Das aktuell nicht mehr zugängliche Grubengebäude der ehemaligen Zeche Dannenbaum soll dabei über zwei Bohrungen erschlossen werden, um in den noch vorhandenen Streckenhohlräumen einen Wärmespeicher mit einem Volumen in der Größenordnung von 500.000 m³ zu etablieren. Durch die untertägig in den verbundenen Grubenbauten stark erhöhten Wasserwegsamkeiten und das komplexe, deutlich anthropogen überprägte Vorflutsystem übertage sind hydraulische und hydrogeologische Wechselwirkungen weit größer als im Naturraum.

Ebenfalls am ersten Kongresstag widmet sich Prof. Dr. Frieder Häfner von der TU Bergakademie Freiberg den Aspekten der Planung und Wirtschaftlichkeit der Erdwärmegewinnung aus ungenutzten Tiefbohrungen. In Deutschland existieren tausende Tiefbohrungen (insbesondere im Norddeutschen Becken), die vor allem zur geologischen Erkundung und zur Förderung von Erdöl und Erdgas niedergebracht wurden. Nur ein geringer Teil davon, aber sicher einige Hundert, sind noch zur geothermischen Nutzung geeignet. Diese stellen ein Potenzial zur Heizwärmegewinnung dar. In seinem Vortrag wird Prof. Häfner auf Erfahrungen aus Nachnutzungsprojekten eingehen.

Auch der zweite Kongresstag bildet sowohl Vorträge der Tiefen als auch Oberflächennahen Geothermie ab. So wird Benjamin Perntner von der Jansen AG in einen Best Practice-Vortrag aufzeigen, wie eine Kostenreduzierung mit gleichzeitiger Erhöhung von Systemsicherheit und Effizienz bei Erdwärmesonden bis 100 m möglich ist. Der Bohrdynamiksimulation für Tiefe Geothermie nimmt sich am zweiten Veranstaltungstag Prof. Dr. Georg-Peter Ostermeyer von der Technischen Universität Braunschweig an. Aufgrund des großen Längen/Durchmesser-Verhältnisses können komplette Bohrstränge nicht außerhalb des Bohrloches in Hardware getestet werden. Genau hier setzen HIL-Simulationen (Hardware-in-the-Loop-Simulationen) an, bei denen etwa die Bohrgarnitur in Hardware abgebildet und der Bohrstrang selbst durch geeignete mathematische Modelle simulativ beschrieben wird. Mit dem HIL-OSTrator als skaliertem Bohrsimulator können HIL-Simulationen zur Beschreibung der Bohrstrangdynamik durchgeführt werden. Die hierfür entwickelten Regelalgorithmen und Methoden lassen sich skaliert auch auf beliebige Full-Scale-Teststände anpassen. Damit wird ein Werkzeug geschaffen, mit dem gezielt der Bohrfortschritt von Geothermiebohrungen optimiert werden kann.

 

North-Atlantic-Symposium

Zum vierten Mal in Folge findet ein internationales Symposium in der Oberrheinhalle auf dem Offenburger Messegelände statt. Nach Lateinamerika, Asien und der Baltic Sea stehen in 2020 die nördlichen Anrainerstaaten des Atlantiks als Gastregion im Fokus des „North-Atlantic-Symposiums“. Erstmals findet das Symposium in 2020 parallel zur GeoTHERM am 5./6. März statt und nicht mehr wie in der Vergangenheit zeitlich versetzt. Initiiert wird das Symposium von der Internationalen Energie Agentur (IEA Geothermal TCP), die es in Kooperation mit der Messe Offenburg durchführt. Internationale und nationale Vertreter nutzen dabei die Möglichkeit, sich intensiv über aktuelle Aktivitäten, Erkenntnisse und Projekte in den nördlichen Anrainerstaaten des Atlantiks auszutauschen. Als Länder rund um den Nordatlantik sind Kanada, USA, Island, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal vorgesehen. Dr. Lothar Wissing vom Projektträger Jülich und Chairman des IEA Geotheraml TCP ist überzeugt, dass diese Plattform eine hervorragende Gelegenheit ist, direkte Kontakte zu den entwickelten Märkten sowie den darin stattfindenden Forschungsaktivitäten zu knüpfen. Auch die zeitliche Parallelität des Symposiums zur GeoTHERM begrüßt Wissing außerordentlich. Die Konferenzsprache des Symposiums ist Englisch. Das Symposium ist im Eintritt bereits enthalten.

 

Europäischer Innovationspreis

Einreichungen zum „Ruggero Bertani – European Geothermal Innovation Award“ gingen bis zum 14. Januar 2020 ein. Mit dem Award werden wieder herausragende Beiträge, etwa innovative Produkte, wissenschaftliche Forschung oder Projektinitiativen, geehrt. Bei der Auswahl sind die Kriterien Originalität, Innovation, Zuverlässigkeit, Emissionsreduktion und Verbesserungen des Energieertrags von entscheidender Bedeutung. Die Auszeichnung wird in Kooperation vom European Geothermal Energy Council und der Messe Offenburg im Rahmen der GeoTHERM verliehen. „Der Award steht im Gedenken an Ruggero Bertani und dessen herausragendem Engagement für Forschung und Innovation in der Geothermie“, unterstreicht der EGEC-Präsident Miklos Antics das Andenken an Ruggero Bertani.

 

Organisation

Alle Vorträge werden aufgrund der hohen Internationalität simultan übersetzt (Deutsch, Englisch, Französisch). Das gesamte Programm der GeoTHERM ist auf der Veranstaltungshomepage verfügbar. Die beiden Kongress-Stränge der GeoTHERM sind im Eintritt bereits enthalten und können von den Besuchern individuell kombiniert werden. Das Kombi-Ticket für Kongress und Fachmesse kostet im Vorverkauf für einen Tag 42 Euro und für beide Tage 62 Euro. Das Ticket für den Abendempfang ist im Vorverkauf für 59 Euro erhältlich.

Im Rahmen der GeoTHERM findet am 5. März 2020 die Neuauflage des Forums Career Connect statt. Hier treffen sich Jobeinsteiger, Experten und Unternehmensvertreter des Geothermie- Marktes. Geführte Rundgänge über die Fachmesse sowie individuelle Gespräche mit Ausstellern ermöglichen vielseitige Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern.

 

Anmeldung und weitere Informationen

www.geotherm-offenburg.de

 

Hinweis:

Die GeoTHERM 2020 wurde aufgrund des Corona-Virus/COVID-19 verschoben. Der Veranstalter äußert sich wie folgt: Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und des hohen Anteils internationaler Gäste auf der GeoTHERM hat die Messe Offenburg-Ortenau die Situation neu bewertet. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, unsere Kunden, Partner und das gesamte Messeteam haben diese Veranstaltung mit sehr hohem Engagement vorbereitet“, so Sandra Kircher, Geschäftsführerin der Messe Offenburg-Ortenau GmbH. „Wir haben die Situation jeden Tag anhand der dynamischen Entwicklung diskutiert. Und sind nun zu dem Schluss gekommen, dass wir die GeoTHERM in dieser Woche, gerade auch in Anbetracht der hohen Internationalität nicht durchführen können“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister Marco Steffens die Entscheidung. Weitere Informationen erhalten Aussteller und Besucher zeitnah.