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Praxisforum Geothermie Kommunal: Mit Tiefer Geothermie zum globalen Klimaschutz beitragen

Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe – und innerhalb der jüngst begonnenen Dekade ist ambitioniertes Handeln angesagt. Ein Handlungsfeld auf kommunaler Ebene ist die klimafreundliche Versorgung der Bevölkerung mit Wärme und Strom. Das Praxisforum Geothermie Kommunal, das am 31. Januar 2020 in München stattfindet, zeigt auf, wie dies durch die Nutzung der der CO2-freien Tiefengeothermie gelingen kann. Kommunen sind kostenfrei eingeladen, sich anhand von Praxiserfahrungen anderer Kommunalvertreter*innen ein Bild zu machen.

Rund ein Viertel trägt der Gebäudesektor zu den bundesdeutschen CO2-Emissionen bei. Veraltete Heizsysteme in schlecht isolierten Immobilien stoßen große Mengen an Treibhausgasen aus. Für die Erreichung der Klimaschutzziele ist eine ambitionierte Wärmewende also unabdingbar. Was global gilt, spiegelt sich in jeder Kommune und jedem Landkreis wider: Die CO2-Emissionen müssen auf nahezu Null sinken. Städte und Gemeinden können hier entscheidend Einfluss nehmen. Eine Versorgung mit Wärme aus Tiefengeothermie in kommunalen Nah- und Fernwärmenetzen bringt Bürgerschaft und lokalem Gewerbe CO2-freie Energie direkt ins Haus. Die Erschließung des Wärmeschatzes in der Tiefe hat jedoch noch weitere Vorteile für die Kommunen: Sie machen sich unabhängig von Energieimporten und fördern die Wertschöpfung vor Ort. Zudem ist die Nutzung der Tiefengeothermie umweltverträglich, flächenschonend und ganzjährig verfügbar.

Hinsichtlich der Wärmegestehungskosten ist die Geothermie im Vergleich mit anderen regenerativen Technologien unschlagbar günstig. In innerstädtischen Altbaugebieten kann der Anschluss an ein geothermal gespeistes Wärmenetz den Aufwand für die Gebäudedämmung deutlich reduzieren. Hinzu kommt: Je nach Temperatur des geförderten Tiefengrundwassers ist auch eine regenerative Stromerzeugung möglich – grundlastfähig und wetterunabhängig.

 

Von anderen Kommunen lernen

Gerade im bayerischen Molassebecken sind die Bedingungen für die Nutzung der Tiefengeothermie vielerorts sehr gut und zahlreiche bayerische Kommunen haben bereits Erfahrungen mit Geothermieprojekten gemacht. Dies verdeutlichen 23 erfolgreich laufende Geothermieanlagen in Bayern. Beim Praxisforum Geothermie Kommunal teilen Vertreter*innen von kommunalen Geothermieprojekten ihr Praxiswissen und bieten Einblicke in die Realisierung.

Von der ersten Idee bis zur langjährigen Energienutzung durchläuft ein Geothermieprojekt vier Phasen: Zunächst sind Machbarkeitsstudien und Voruntersuchungen anzustellen. Dies wird Dr. Ralph Baasch von Innovative Energie Pullach (IEP) vorstellen. Bergdirektor Peter Freiherr von Pastor von der Regierung Oberbayern wird die Genehmigungsverfahren zur sicheren Durchführung von Bohrplatzbau und Bohrarbeiten präsentieren sowie auf weitere genehmigungsrechtliche Fragestellungen eingehen. Sind die Bohrungen erfolgreich abgeteuft und die vorgefundene Temperatur und Menge des Tiefengrundwassers ausreichend, kann die Energienutzung beginnen – zum Beispiel mit einem Kraftwerk oder einem Fernwärmenetz. Details dazu wird Christopher Schifflechner von der TU München vorstellen. Die vierte und letzte Phase beschreibt den Betrieb der Geothermieanlage über mehrere Jahrzehnte. Die Erfahrung hierfür bringt Thomas Stockerl von der GTU AG in Unterschleißheim mit.

 

Praxiserfahrungen in der Diskussion

Wichtig für den Erfolg eines Geothermieprojektes ist die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Projektentwickler. Kommunalvertreter*innen werden im Nachmittagsprogramm des Praxisforums über ihre Erfahrungen bei der Entwicklung von Geothermieprojekten berichten. Hier sind verschiedene Optionen der Zusammenarbeit während der Projektentwicklung und im anschließenden Betrieb möglich. Den Weg, den ihre jeweiligen Kommunen beschritten haben bzw. beschreiten wollen, stellen Bürgermeisterin Susana Tausendfreund (Pullach), Bürgermeisterin Uta Wüst (Gräfelfing), Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Unterföhring) und Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung im Landratsamt Traunstein, vor. In der folgenden Podiumsdiskussion beleuchten sie die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln und stehen für Fragen zur Verfügung.

Das Praxisforum Geothermie Kommunal richtet sich in erster Linie an Kommunen, in deren Umgebung ein Geothermieprojekt geplant ist und die sich hierzu ausführlich und aus erster Hand informieren wollen. Ebenso sind Gemeinden eingeladen, die in ihrem Gemeindegebiet ein Geothermieprojekt selbst entwickeln möchten. Neben dem Informationsaustausch bietet die Veranstaltung auch Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich über das größte mitteleuropäische Geothermieprojekt, das die Stadtwerke München aktuell direkt im Blickfeld des Veranstaltungsorts bauen, zu informieren.

Das Praxisforum Geothermie Kommunal findet am 31. Januar 2020 von 9:30 bis 15:00 Uhr am Heizkraftwerk Süd in München statt. Die Veranstaltung stößt auf reges Interesse – neben weiteren Kommunalvertreter*innen haben sich bereits zahlreiche Bürgermeister angemeldet. Für gewählte Kommunalvertreter*innen und Mitarbeiter*innen von Kommunen sowie Stadtwerken ist die Teilnahme kostenfrei. Eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Die Veranstaltung findet mit Unterstützung der Energieagentur Traunstein statt.

 

Weitere Informationen

www.praxisforum-geothermie.bayern